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26.05.2011

22:26 Uhr

Nach Umwälzungen

Arabische Länder brauchen 160 Milliarden Dollar

Nach dem arabischen Frühling brauchen die Länder Geld zu Um- bzw. Wiederaufbau der Strukturen. In Tunesien soll das schon angepackt werden. Allerdings will die Wahlkommission die Wahl verschieben.

Geld ist in der arabischen Welt durch den Ölreichtum reichlich Vorhanden - die Verteilung ist oft das Problem. Quelle: dpa

Geld ist in der arabischen Welt durch den Ölreichtum reichlich Vorhanden - die Verteilung ist oft das Problem.

WashingtonDie von den Aufständen durchgeschüttelten Staaten in Nahost und Nordafrika benötigen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in den kommenden drei Jahren Finanzhilfen von mehr als 160 Milliarden Dollar. Wahrscheinlich müssten Geberländer einspringen, um zu helfen, hieß es in einem IWF-Bericht für das G8-Treffen im französischen Deauville am Donnerstag. Der Fonds selbst werde etwa 35 Milliarden Dollar beisteuern können.

„In naher Zukunft muss das Vertrauen in den öleinführenden Ländern wieder hergestellt werden“, hieß es. Die Länder litten unter den weltweit steigenden Rohstoffpreisen. Zudem gebe es inländische Probleme aufgrund der Schocks nach den politischen Umwälzungen. Der IWF führte unter anderem Ägypten und Tunesien als Länder mit einem milliardenschweren Hilfsbedarf auf.

In Tunesien will die Wahlkommission die ersten Wahlen in dem nordafrikanischen Land seit dem Sturz von Staatspräsident Zine El Abedine Ben Ali im Januar um drei Monate verschieben. Statt am 24. Juli sollte die Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung am 16. Oktober stattfinden, damit mehr Zeit für die Vorbereitung bleibe, erklärte die Kommission am Donnerstag.

Die Übergangsregierung hatte sich noch am Dienstag für den ursprünglich geplanten Termin ausgesprochen. Es war zunächst nicht klar, ob das Votum der Wahlkommission gilt oder ob die Übergangsregierung dies noch überstimmen kann. Sie beschäftigt sich wieder am Dienstag mit dem Thema.

Die Befürworter einer Wahl im Juli versprechen sich davon eine größere Stabilität in dem Land. Die Gegner argumentieren, die Tunesier brauchten mehr Zeit, um sich über die neu entstandenen Parteien zu informieren. Unter Ben Ali hatte die inzwischen aufgelöste Regierungspartei RCD das Sagen. Die Opposition im Parlament war weitgehend symbolisch.

Von

rtr

Kommentare (7)

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faelltnichtsein

26.05.2011, 23:05 Uhr

Das ganze ist einfach nicht mehr nachvollziehbar... was ist mit der arabischen Welt los, dass diese allein aber auch rein gar nicht zustande bringt ?

Sie haben Öl, Strände, Meer und eine sehr junge Gesellschaft... ansich doch beste Vorraussetzungen um selbst etwas auf die Beine zu stellen, aber Nein... lauthals wird stattdessen um Hilfe gerufen und mit Hass reagiert sollten ihnen diese nicht, in einem für sie angemessenen Maße, zuteil werden.

Erstaunlich dass man so ein Verhalten nur in diesem Teil der Welt bestaunen kann...
Schelm wer böses denkt und die ganze Sache mit einer Religion in Verbindung bringt.

MikeM

26.05.2011, 23:31 Uhr

160 Milliarden? Kein Problem, das sind Peanuts. Die Chinesen würden sich im Gegenzug wenigstens ein paar Ölquellen abtreten lassen. Wir nicht, wir haben Vertrauen und reichen die Kohle so rüber. Alles eh schon egal.

Account gelöscht!

26.05.2011, 23:56 Uhr

Das zahlt das Merkel.

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