Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.07.2017

16:40 Uhr

Nach verbaler Attacke

Sessions beteuert seine Übereinstimmung mit Trumps Politik

US-Justizminister Sessions reagiert mit Loyalitätsbekundungen auf das Mobbing aus dem Weißen Haus. Er teile Trumps Absichten und Überzeugungen, versichert er. Aus dem Senat werden erste Warnungen an den Präsidenten laut.

Der Justizminister lässt sich von der Kritik des US-Präsidenten nicht beeinflussen. AP

Jeff Sessions

Der Justizminister lässt sich von der Kritik des US-Präsidenten nicht beeinflussen.

WashingtonUS-Justizminister Jeff Sessions will trotz der Kritik von Donald Trump weiter für den Präsidenten arbeiten. Er werde im Amt bleiben und für Trumps Politik kämpfen, solange dieser das für richtig halte, sagte Sessions der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag (Ortszeit) während einer Reise in El Salvador. „Falls er etwas ändern will, hat er dazu jedes Recht“, sagte Sessions. „Ich arbeite zur Zufriedenheit des Präsidenten. Das habe ich vom ersten Tag im Amt an begriffen.“

Trump hatte sich mehrfach ungehalten über Sessions geäußert - einen seiner frühesten Unterstützer im Wahlkampf. Er kritisierte, dass Sessions sich in den Untersuchungen zu Einflussnahmeversuchen Russlands auf die Wahl für befangen erklärt hat. Auch habe Sessions bei Ermittlungen gegen Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton und gegen Verräter von Geheimdienstinformationen „sehr schwach“ agiert. Außerdem habe er den amtierenden FBI-Direktor Andrew McCabe nicht abgesetzt.

Sessions sagte, zwischen ihm und Trump bestehe eine Übereinstimmung in Werten und Überzeugungen. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass ich weiß, was im Justizministerium nötig ist und was Präsident Trump will. Ich teile seine Absichten“, sagte Sessions. Allerdings sei die zurückliegende Woche nicht die beste für sein Verhältnis zu Trump gewesen. Er habe einige Zeit nicht mit ihm geredet, aber er freue sich auf die Gelegenheit, mit dem Präsidenten zu sprechen.

Vulgäre Fluchorgie

„Ein verdammter paranoider Schizophrener“ – Trumps neuer PR-Chef rastet aus

Vulgäre Fluchorgie: „Ein verdammter paranoider Schizophrener“ – Trumps neuer PR-Chef rastet aus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Aus dem Pressestab des Weißen Hauses verlauteten widersprüchliche Aussagen zu Sessions' politischer Zukunft. Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, dass der Präsident Sessions weiter an der Spitze des Justizministeriums wolle. „Man kann enttäuscht von jemandem sein und trotzdem wollen, dass er seinen Job weitermacht“, sagte sie am Mittwoch. Dagegen antwortete Trumps neuer Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci auf die Frage, ob Trump Sessions am liebsten los wäre: „Da haben Sie vermutlich recht.“

Der Gescholtene verteidigte indessen sein Vorgehen in der Russland-Affäre und betonte, seine Befangenheitserklärung entspreche der Gesetzeslage. „Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen“, sagte Sessions dem Fernsehsender Fox News. „Ein Justizminister, der sich nicht ans Gesetz hält, wäre bei der Führung des Justizministeriums nicht sehr wirkungsvoll.“

Mehrere republikanische Senatoren stellten sich hinter ihren früheren Kollegen Sessions. Falls Trump seinen Minister entlasse, werde das äußerst teuer für ihn, sagte Senator Lindsey Graham. „Wenn Jeff Sessions entlassen wird, kann (er) sich auf was gefasst machen“, sagte Graham.

Nach Trump-Kritik: US-Justizminister Sessions plant Ermittlung wegen Indiskretionen

Nach Trump-Kritik

US-Justizminister Sessions plant Ermittlung wegen Indiskretionen

US-Justizminister Sessions will laut US-Medienberichten strafrechtlich gegen indiskrete Mitarbeiter im Weißen Haus vorgehen. Auch Medienberichte mit vertrauliches Geheimdienstmaterial sollen dabei untersucht werden.

Grahams Kollege Ben Sasse sagte, Trump solle nicht versuchen, Sessions während der Senatsferien im August zu entlassen und einen Nachfolger zu benennen - auf diese Weise könnte Trump eine Bestätigung durch den Senat jahrelang umgehen. „Vergessen Sie das“, sagte Sasse. „Die Präsidentschaft ist kein Stier und dieses Land ist kein China-Geschäft.“

Graham und die demokratischen Senatoren Sheldon Whitehouse und Richard Blumenthal wollen zudem per Gesetz verhindern, dass Trump den in der Russland-Affäre eingesetzten Sonderermittler Robert Mueller nach einer Entlassung Sessions' einfach feuern kann. Ihr Gesetzentwurf soll festlegen, dass Sonderermittler nur nach einer richterlichen Überprüfung entlassen werden können.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Tomas Maidan

28.07.2017, 17:58 Uhr

Sessions Zeit ist rum, er hat nie zu Trump gepasst. Ein paar neue Besen braucht Trump. Melania hat bisher noch keinen Top-Job wo man Staatsknete abgreifen kann. Das wär doch was! Die erste Justiz-Senatorin auf dem Eisbärenfell.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×