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18.03.2004

14:40 Uhr

Nach Verbrietung von "Kerneuropa“-Thesen

Rüffel für Rüttgers

Innerhalb der Union sieht man die von Jürgen Rüttgers verbreiteten Thesen über eine deutsch-französische Avantgarderolle in der EU gar nicht so gern. Der CDU-Abgeordnete Willy Wimmer bezeichnete die Aussagen des stellvertretenden CDU-Vorsitzende am Donnerstag in einem Brief an Rüttgers als „ebenso unhistorisch wie zukunftsverweigernd“

HB BERLIN. Rüttgers und der CDU-Außenpolitiker Karl Lamers hatten in einem Papier verlangt, dass Deutschland und Frankreich „zu einer neuen Art von Einheit heranwachsen“ und sich als fester Kern und Avantgarde in der EU verstehen müssten. Dazu schreibt Wimmer: „Durch das unhistorische Hervorheben einer Sonderbeziehung zu Frankreich wird es unmöglich, die notwendige gesamteuropäische politische, ökonomische und auf das Völkerrecht bezogene Entwicklung unangreifbar zu machen.“

Die sehr stark an der Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland orientierte EU-Politik wird nach dpa-Informationen auch von anderen CDU-Führungsmitgliedern kritisch gesehen. Sie meinen, dass ein „Kerneuropa“ auf jeden Fall auch Länder wie Polen und Großbritannien einbeziehen müsste. Der CDU-Bundesvorstand will am Montag ein Europa-Manifest verabschieden. Das Thema „Kerneuropa“ ist darin nicht enthalten.

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