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30.11.2016

08:29 Uhr

Nach Wahldebakel der US-Demokraten

Die Last der Elite

Die US-Demokraten stehen nach der Wahlniederlage vor einem Neuaufbau. Noch ist aber unklar, wer diesen anführen wird. Junge Abgeordnete gibt es genug – aber werden die vom Volk abgestraften, alten „Eliten“ da mitmachen?

Nancy Pelosi, Fraktionschefin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, gilt für Beobachter als gutes Beispiel für das Dilemma ihrer Partei. Obwohl der Wahlsieg Donald Trumps eigentlich ein Weckruf für die sogenannte „Elite“ sein sollte, klammern sich altgediente Demokraten immer noch an ihre Posten, statt den Weg für einen Neuanfang der Partei freizumachen. AP

Sinnbild

Nancy Pelosi, Fraktionschefin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, gilt für Beobachter als gutes Beispiel für das Dilemma ihrer Partei. Obwohl der Wahlsieg Donald Trumps eigentlich ein Weckruf für die sogenannte „Elite“ sein sollte, klammern sich altgediente Demokraten immer noch an ihre Posten, statt den Weg für einen Neuanfang der Partei freizumachen.

WashingtonAls Nancy Pelosi 2007 als erste Frau in der Geschichte Vorsitzende des Repräsentantenhauses wurde, stand ihr Name sinnbildlich für den Fortschritt der Demokratischen Partei. Amerika war der Bush-Regierung überdrüssig. Pelosi war das erfrischende Moment am Capitol Hill: etwas Neues, kämpferisch und hoch geachtet.

Im trüben Spät-November 2016, mitten im Blues der Demokraten nach Hillary Clintons verheerend schief gegangener Präsidentschaftsbewerbung, ist Nancy Pelosi zum Sinnbild eines Problems geworden. Eines großen Problems.

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US-Vizepräsident Joe Biden will nicht Vorsitzender der Demokraten werden. Der 74-Jährige galt als vielversprechender Kandidat für den Posten. Die Wahl für das Amt steht im kommenden Frühjahr an.

Inzwischen 76 Jahre alt geworden, ist die Kalifornierin heute eine Frau, die für die Vergangenheit steht, sich aber an ihr Amt klammert. Am Mittwoch stand sie zur Wiederwahl als Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus. Nach Lage der Dinge wird sie sich durchsetzen können, dank jahrzehntelanger Vernetzung in Washington und Loyalitäten aus dem Kreis der Abgeordneten.

Genau das scheint jedoch das Problem der US-Demokraten in der Post-Clinton-Ära zu sein. Große Teile der Partei haben die Signale nicht hören wollen, die der Vorwahlkampf mit Senator Bernie Sanders ausgesandt hatte.

Die Menschen auf dem flachen Land und in den alten Industrie- und Landwirtschaftsregionen der USA erkennen die politische Elite in Washington nicht mehr ohne Weiteres an, fühlen sich vernachlässigt. „Die Demokraten haben das ländliche Amerika schon lange aufgegeben“, sagt Vickie Rock, Mitglied des Parteivorstands in Nevada.

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Die Wähler sind kritischer geworden. Wer nicht Politik fürs Volk macht, den will das Volk auch nicht. Daran scheiterte Clinton. Und darauf haben ihre Nachfolger in der Partei, in der der Stallgeruch der jahrzehntelang dominanten Clinton-Dynastie noch aus allen Ritzen dringt, kaum eine schlüssige, zumindest aber keine einheitliche Antwort.

Elizabeth Warren, eine Clinton-Getreue, will die Wahlniederlage nicht wahrhaben: „Die Republikaner übernehmen den Kongress. Sie übernehmen das Weiße Haus. Aber sie haben nicht die Unterstützung der Mehrheit in diesem Land“, sagt Warren über den politischen Gegner.

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