Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2016

08:32 Uhr

Nach Wasserstoffbombentest

Nordkorea wirft Propaganda-Flugblätter über Südkorea ab

Nordkoreas Wasserstoffbombentest hat ein propagandistisches Nachspiel mit skurrilen Auswüchsen. Während Südkorea das kommunistische Land mit koreanischem Pop beschallt, lässt Nordkorea „Propaganda-Ballons“ aufsteigen.

Nordkorea lässt Propaganda-Flugblätter über Südkorea regnen. AFP

Nordkoreanische Flugblätter

Nordkorea lässt Propaganda-Flugblätter über Südkorea regnen.

SeoulNordkorea hat heliumgefüllte Ballons mit geschätzten eine Million Propaganda-Flugblätter nach Südkorea geschickt. Sie kämen fast täglich im Land an, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul, Kim Min Seok, am Montag. Die meisten Papiere seien in Grenznähe niedergegangen, einige hätten es aber auch bis in die Hauptstadt Seoul geschafft, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Die Ballons waren demnach mit Zeitschaltuhren versehen und platzten gezielt.

Als Reaktion auf einen neuen Atomtest Nordkoreas hatte Südkorea vor einigen Tagen seine Propagandabeschallung an der Grenze wieder aufgenommen. Aus den Lautsprechern ertönten nordkoreakritische Kommentare und koreanische Popmusikstücke. Der Norden schlug mit eigenen Lautsprecherdurchsagen und den Ballons zurück.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Pjöngjang hatte zuvor verkündet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben, und damit international für Empörung gesorgt. Atomexperten und die US-Regierung bezweifeln aber, dass es sich tatsächlich um eine solche Bombe handelte. Pjöngjang droht immer wieder mit Angriffen auf Südkorea.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×