Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2014

04:05 Uhr

Nach Wirbel um Militärkonvoi

Merkel fordert von Putin Entschärfung des Konflikts

Sollten russische Armeefahrzeuge in die Ostukraine eingedrungen sein, würde der Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen. Merkel nimmt Putin in die Pflicht. In Berlin soll es ein Krisentreffen geben.

Russische Soldaten vor der Grenze zur Ukraine. ap

Russische Soldaten vor der Grenze zur Ukraine.

Berlin/KiewNach der Aufregung um einen angeblich in die Ukraine eingedrungenen russischen Militärkonvoi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Kremlchef Wladimir Putin aufgerufen, zur Deeskalation des Ukraine-Konflikts beizutragen. Insbesondere müsse er dafür sorgen, dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in die Ukraine ein Ende zu setzen, sagte die CDU-Politikerin nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitagabend in einem Telefonat mit Putin.

Die ukrainische Regierung und die Nato hatten Russland vorgeworfen, heimlich mit einem Militärkonvoi in das Kampfgebiet im Osten der Ukraine vorgedrungen zu sein. Moskau bestritt jede Grenzverletzung.

Britische Reporter berichteten, in der Nacht auf Freitag hätten 23 russische Armeefahrzeuge die Grenze passiert. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach anschließend von einem „Einfall“ ins Nachbarland. Das ukrainische Militär zerstörte nach Angaben von Präsident Petro Poroschenko einige der Fahrzeuge.

Dagegen sagte der russische Generalmajor Igor Konaschenkow der Agentur Interfax zufolge: „Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht.“ Aber es sei immer noch besser, „die ukrainische Artillerie schießt auf ein Phantom und nicht auf Flüchtlinge oder die eigenen Soldaten“.

Die USA warfen Russland eine „anhaltende Militärintervention“ vor. Dies stehe in völligem Gegensatz zu humanitären Hilfen und einer friedlichen Konfliktlösung, teilte Caitlin Hayden, Sprecherin des nationalen Sicherheitsrats, in Washington mit. Moskaus Politik der vergangenen Wochen sei „extrem gefährlich und provokativ“. Zu einem möglichen Eindringen russischer Armeefahrzeuge in die Ukraine äußerte sich Hayden nicht. Dazu habe man nicht genügend Informationen.

Die EU-Außenminister warnten Moskau bei einem Treffen in Brüssel vehement. „Jegliche einseitigen militärischen Handlungen (...) unter jeglichem - auch humanitärem - Vorwand, wird die Europäische Union als unverhohlene Verletzung internationalen Rechts werten“, heißt es in der Abschlusserklärung, die die Minister verabschiedeten.

Regierungssprecher Seibert bestätigte, dass für Sonntag in Berlin ein Treffen der Außenminister Russlands, der Ukraine, Frankreichs und Deutschlands zum Ukraine-Konflikt geplant ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×