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10.07.2016

15:16 Uhr

Nach Woche der Gewalt in den USA

Obama beschwört die Einheit der Nation

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in der texanischen Metropole Dallas wächst in den USA die Angst vor weiterer Gewalt. Präsident Obama kehrt früher von einer Auslandsreise zurück, um den Ort der Tat zu besuchen.

Der US-Präsident bei seinem Besuch in Spanien. Obama reist früher als geplant in die USA zurück. Er will Anfang der Woche Dallas besuchen. dpa

Barack Obama

Der US-Präsident bei seinem Besuch in Spanien. Obama reist früher als geplant in die USA zurück. Er will Anfang der Woche Dallas besuchen.

DallasNach einer Woche der Gewalt und einer neu entbrannten Rassismus-Debatte in den USA mahnt Präsident Barack Obama seine Mitbürger zum Zusammenhalt. „Ich glaube fest daran, dass Amerika nicht so gespalten ist, wie einige es dargestellt haben“, sagte Obama am Rande des Warschauer Nato-Gipfel vor seiner vorgezogenen Abreise aus Europa am Sonntag.

Bei neuen Massenprotesten gegen Polizeigewalt in mehreren Großstädten kam es gleichwohl zu weiteren Ausschreitungen und Festnahmen. In der texanischen Metropole Dallas wurde das Polizeipräsidium am Samstag nach anonymen Drohungen gegen Beamte abgeriegelt. Die Suche nach einem Verdächtigen blieb aber ergebnislos.

Das ist die US-Metropole Dallas

Einwohner

Dallas ist die drittgrößte Stadt im US-Bundesstaat Texas. Die Geschäftsmetropole hat etwa 1,3 Millionen Einwohner. Zusammen mit dem Ort Fort Worth gehört die Südstaatenregion mit etwa 6,8 Millionen Einwohnern zu einer der größten der USA.

Quelle: dpa

Wirtschaft

Dallas entwickelte sich vom Zentrum der Baumwoll- und Ölindustrie zu einem Technologiestandort. Unternehmen wie Texas Instruments haben hier ihren Sitz.

Erste Mall

Das North Park Center war bei seiner Eröffnung 1965 die erste geplante Mall in ganz Amerika und das erste klimatisierte Shoppingcenter der Welt.

Historisches Attentat

In der US-Metropole wurde 1963 US-Präsident John F. Kennedy erschossen.

Die USA stehen unter Schock, nachdem zunächst zwei Schwarze bei umstrittenen Polizeieinsätzen starben und dann ein Afroamerikaner fünf Beamte in Dallas erschoss. Obama erklärte, die Gesellschaft sei nicht extrem polarisiert und es sei auch kein Rückfall in die 1960er Jahre festzustellen. „Wir beobachten keine Straßenschlachten oder Polizisten, die es auf friedliche Demonstranten abgesehen hätten“, betonte der Präsident.

Alle Amerikaner seien aber zu Recht empört über „unverzeihliche Angriffe auf Polizisten“ ebenso wie über den Tod der zwei Schwarzen durch Schüsse von Beamten. Allerdings dürften die Taten Einzelner nicht für alle stehen. Den Täter von Dallas bezeichnete er als „verrückt“.

Obama reiste am Sonntag aus Polen weiter nach Spanien, doch das Gespräch mit König Felipe war von den jüngsten Ereignissen überschattet. „Die vergangene Woche war für die USA schwierig“, sagte Obama.

Der Präsident kehrt einen Tag früher als geplant in die USA zurück, um nach Dallas zu reisen. Dort hatte am Donnerstag ein 25-jähriger Afroamerikaner aus dem Hinterhalt fünf Polizisten erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Laut Polizei sympathisierte er mit einer radikalen Schwarzen-Bewegung. Er soll angegeben haben, aus Wut auf Weiße gezielt die Beamten ins Visier genommen zu haben.

Vorausgegangen war der Tod von zwei Schwarzen bei Polizeieinsätzen in St. Paul und Baton Rouge. Die Vorfälle haben die Diskussion über Rassismus und Polizeigewalt neu entfacht. Die Lage ist seit 2014 angespannt, als tödliche Schüsse auf einen schwarzen Teenager in Ferguson wochenlang gewaltsame Proteste auslösten. 

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