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28.09.2013

11:24 Uhr

Nach wochenlangen Kämpfen

Geiselnahme in den Philippinen beendet

Die Hafenstadt Zamboanga ist nach wochenlangen Kämpfen mit Islamisten wieder frei. Sicherheitskräfte konnten die Terroristen zurückschlagen – allerdings zu einem hohen Preis. 200 Menschen fielen den Kämpfen zum Opfer.

Philippinische Soldaten mit leeren Blicken: Wochenlang herrschte Tod und Gewalt in der Hafenstadt Zamboanga. ap

Philippinische Soldaten mit leeren Blicken: Wochenlang herrschte Tod und Gewalt in der Hafenstadt Zamboanga.

ManilaFast drei Wochen nach dem Überfall muslimischer Rebellen auf die philippinische Hafenstadt Zamboanga haben die Sicherheitskräfte wieder die volle Kontrolle über die Stadt erlangt. „Die Bedrohung für Zamboanga ist vorüber. Der Feind leistet keinen organisierten Widerstand mehr“, sagte Militärsprecher Ramon Zagala am Samstag. Nach den wochenlangen Kämpfen mit mehr als 200 Toten werde nun die Polizei übernehmen, um die letzten versprengten Guerillakämpfer der Nationalen Befreiungsfront der Moros (MNLF) und ihren Kommandeur aufzuspüren.

Nach Angaben des Militärsprechers wurden während der Kämpfe 183 Guerillakämpfer getötet und 292 weitere festgenommen. Es werde geprüft, ob ihr Kommandeur Habier Malik unter den Toten ist. Die Suche nach den verbliebenen Kämpfern und die Räumung von Sprengfallen in dem betroffenen Gebiet werde bis zu zwei Wochen dauern. Auch 23 Soldaten und Polizisten sowie zwölf Zivilisten seien getötet worden. Die Behörden erklärten, ihren Erkenntnissen nach seien alle 195 Geiseln wieder frei. Sie seien entweder entkommen, befreit oder freigelassen worden.

Nach Militärangaben wurden bei den Gefechten rund 10.000 Häuser zerstört und 100.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Verteidigungsminister Voltaire Gazmin und Innenminister Mar Roxas besuchten die Martha Straße, wo es einige der heftigsten Kämpfe gab, und hissten die philippinische Flagge an einem Gebäude, das von den Rebellen offenbar als Kommandozentrale benutzt worden war. „Die Belagerung von Zamboanga ist vorbei. Wir ehren die Gefallenen, die Tapferen und die Soldaten und Polizisten, die für ihre Landsleute gestorben sind“, erklärte Roxas.

Diese Gebäude auf der Martha Straße wurde von den Rebellen offenbar als Kommandozentrale genutzt. Nach den Kämpfen hissten Soldaten die philippinische Flagge auf dem Dach des Hauses. ap

Diese Gebäude auf der Martha Straße wurde von den Rebellen offenbar als Kommandozentrale genutzt. Nach den Kämpfen hissten Soldaten die philippinische Flagge auf dem Dach des Hauses.

Hunderte MNLF-Kämpfer waren am 9. September im Morgengrauen in mehrere Fischerdörfer am Rande von Zamboanga eingedrungen. Dabei hatten sie rund 200 Geiseln genommen. Mit dem Überfall auf die Hafenstadt wollte MNLF-Anführer Nur Misuari offenbar die laufenden Friedensverhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Benigno Aquino und der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF) torpedieren, die sich 1978 von der MNLF abgespalten hatte. Misuari wirft der Regierung vor, seine Gruppe ausgrenzen zu wollen und ein Friedensabkommen von 1996 zu missachten.

Die Rebellengruppe kämpft seit den 1970er Jahren auf den mehrheitlich katholischen Philippinen für die Unabhängigkeit der Muslime im Süden. In dem Konflikt wurden seitdem rund 150.000 Menschen getötet. Bei dem Abkommen 1996 gab die MNLF ihre Forderung nach Unabhängigkeit zugunsten von mehr Autonomie auf. Im August hatte MNLF-Anführer Misuari aber erneut einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der Philippinen gefordert und seine Kämpfer aufgerufen, alle Einrichtungen der Regierung zu besetzen.

Von

afp

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