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31.03.2014

17:20 Uhr

Nach Xi-Besuch

EU und China wollen Beziehungen intensivieren

Zum Ende seiner Europareise hat Chinas Präsident Xi Jinping Brüssel besucht. Die Botschaft lautet: Die Beziehungen zwischen der EU und China sind wichtig und sollen weiter ausgebaut werden. Indes sorgten Proteste gegen Xi für Unruhe.

Während des Besuchs des chinesischen Premierministers kam es zu Protesten in der EU-Hauptstadt. AFP

Während des Besuchs des chinesischen Premierministers kam es zu Protesten in der EU-Hauptstadt.

BrüsselDie EU und China wollen ihre Beziehungen vertiefen. Das erklärten beide Seiten am Montag bei einem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Xi ist der erste chinesische Präsident, der die EU-Institutionen besucht hat. Nach Gesprächen mit Parlamentspräsident Martin Schulz, Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident José Manuel Barroso gab es keinerlei öffentliche Erklärungen des Gastes sondern nur eine schriftliche Erklärung. „Beide Seiten haben ihre Zusage erneuert, im kommenden Jahrzehnt an weiterem Fortschritt in den EU-China-Beziehungen zu arbeiten“, hieß es in dem gemeinsamen Papier.

Auch Handelsfragen kamen zur Sprache. „China hätte sich auch gewünscht, bei einem Freihandelsabkommen voranzukommen“, sagte ein EU-Diplomat. Allerdings sei dies für die EU erst „mittelfristig“ vorstellbar. Zunächst müsse es Fortschritte bei einem derzeit verhandelten Investitionsabkommen geben. Dies soll in einer ersten Stufe zu einer stärkeren Marktöffnung führen.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

EU-Parlamentspräsident Schulz plädierte nach seiner Begegnung mit Xi für engere Beziehungen. Es gebe „großes unerschlossenes Potenzial“: Zwar betrage der Handel rund eine Milliarde Euro täglich, doch könne auch der Bereich Dienstleistungen und Investitionen noch erschlossen werden. „Damit unsere Beziehungen gedeihen können, müssen der Dialog und das Vertrauen in all ihren Dimensionen gestärkt werden“, sagte Schulz. Xi und er seien einer Meinung, dass es in jeder wachsenden Partnerschaft „Unterschiede und Schwierigkeiten“ gebe. „Aber Dialog ist das Mittel, um damit umzugehen.“

Xi hatte einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge erklärt, die Beziehungen zwischen der EU und China sollten „neue Höhen“ erreichen. „Wasserfälle und Felsen können keinen Fluss daran hindern, ins Meer zu fließen. Und genau so glaube ich, dass keine Schwierigkeiten unsere Freundschaft und unsere Zusammenarbeit am Wachsen hindern können“, formulierte er in einem Interview mit der belgischen Zeitung „Le Soir“. Mehrere Organisationen hatten zu Demonstrationen gegen Xi wegen Menschenrechtsverletzungen in China aufgerufen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

31.03.2014, 17:41 Uhr

Gerade als Mitarbeiter von VW begrüße ich es ausgesprochen, wie sich die deutsch-chinesischen Beziehungen besser und besser entwickeln.

Hie rliegt unsere Zukunft und die Achse D-RUS-CN nimmt immer mehr Gestalt an.

Account gelöscht!

31.03.2014, 18:05 Uhr

Bald ist unser Wissensvorsprung vollends transferiert bzw. aufgebraucht und die Chinesen stellen die Autos selbst her. Natürlich unter einer chinesischen Marke (z.B. Qoros), ohne (Gewinn-)Beteiligung eines Deutschen Unternehmens.

Account gelöscht!

01.04.2014, 10:24 Uhr

Es ist natürlich ein uralter Bestandteil der chinesischen Kultur zu lächeln und sich diplomatisch auszudrücken. Man sollte sich aber im Westen besser im Klaren darüber sein, daß gerade die Vorgänge in der Ukraine dazu geführt haben den Zusammenhalt der BRICS-Staaten noch zu verstärken. Internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit ist auf jeden Fall förderlicher für alle Beteiligten als Sanktionen.

Der Westen sollte sich sein weiteres Vorgehen in Russland- und Ukraine-Fragen sehr gut überlegen, wenn er am Ende nicht „der Gelackmeierte“ sein will.

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Lavrov said if the reports of attempts by US officials to pressure China into reconsidering its economic agreements with Russia are true, the degree of their [Americans] naivety and ignorance could be described only as “going through the roof.”

“I would say that failure to understand the essence of the Chinese policy, the essence of the Chinese nature is inexcusable for professionals who attempt to arrange this kind of talks,” the minister said.

http://thebricspost.com/west-fails-to-understand-chinas-ukraine-policy-russia/#.UzpthqJnPxU

There’s been no shortage of reports and commentaries on the crisis in Ukraine and Crimea, and Russia’s role in it. Yet one of the more notable recent developments in the crisis has received surprisingly little attention.

Namely, the BRICS grouping (Brazil, Russia, India, China, and South Africa) has unanimously and, in many ways, forcefully backed Russia’s position on Crimea. The Diplomat has reported on China’s cautious and India’s more enthusiastic backing of Russia before. However, the BRICS grouping as a whole has also stood by the Kremlin.

http://www.zerohedge.com/news/2014-03-31/why-did-brics-back-russia-crimea

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Und, liebe Redaktion, ich meine dies nicht als Werbung für Zero Hedge oder die BRICS Post sondern als einen bescheidenen Beitrag zur politisch-wirtschaftlichen Bildung. Wäre schön, wenn die links dieses Mal nicht entfernt würden.

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