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08.11.2012

22:14 Uhr

Nach zwei Jahrzehnten

EU und Südamerika beenden „Bananenstreit“

Der seit zwei Jahrzehnten andauernde Streit um europäische Zölle auf Bananen aus Südamerika ist nun endgültig beigelegt. „Das ist ein historischer Moment“, sagt WTO-Generaldirektor Pascal Lamy.

Bananenernte in Honduras: Südamerikanische Länder besiegeln eine Schlichtung mit der EU. AFP

Bananenernte in Honduras: Südamerikanische Länder besiegeln eine Schlichtung mit der EU.

GenfDer seit zwei Jahrzehnten währende Bananenstreit zwischen Europäischer Union und zehn lateinamerikanischen Ländern über Einfuhrzölle ist am Donnerstag endgültig beigelegt worden. Im Beisein des Generaldirektors der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy, wurden in Genf mit den Unterschriften der Unterhändler acht WTO-Streitfälle beendet.

Bereits im Jahr 2009 hatte es die grundsätzliche Einigung auf eine schrittweise Reduktion der EU-Einfuhrzölle auf Bananen aus Lateinamerika gegeben. Demnach sinken sie bis 2017 von 176 Euro pro Tonne auf 114 Euro pro Tonne. In den vergangen drei Jahren waren die detaillierten rechtlichen Regelungen in den nationalen Parlamenten und der EU abgestimmt worden.

Für beteiligte Länder wie Costa Rica, Kolumbien oder Ecuador ist der Bananenexport ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die EU hatte den Staaten Afrikas, der Karibik und der Pazifik-Region (AKP-Staaten) lange Zeit bessere Konditionen für den Verkauf von Bananen auf dem Europäischen Markt als den lateinamerikanischen Ländern eingeräumt. Das hatte historische Gründe: Unter den AKP-Staaten sind zahlreiche ehemalige europäische Kolonien, die anders als die meisten lateinamerikanischen Länder erst im 20. Jahrhundert ihre Unabhängigkeit erlangten.

Seit Anfang der 1990er Jahre hatten südamerikanische Länder gegen die EU-Bestimmungen zu Bananenimporten gekämpft. Nachdem die WTO im Sinne der lateinamerikanischen Exporteure entschieden hatte, dauerte es mehrere Jahre, bis sich 2009 beide Seiten unter Beteiligung der USA grundsätzlich einigten. Das Abkommen tritt nun in Kraft.

Kommentare (1)

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09.11.2012, 07:02 Uhr

Es gibt ca. 25 Bananensorten die anbaubar sind. In der EU wurde auf Druck der USA-Konzerne die Banane so definiert, daß nur die in Mittelamerika produzierte gelbe Sorte vermarktbar ist. Deren Produktion ist in Europa kaum wirtschaftlich.
Europäische Sorten wie die sog. Apfelbanane bleiben außen vor, sind nur in den Anbaugebieten selbst zu haben.
Dem europäischen Verbraucher wird das Recht abgesprochen, unter diesen frei auszuwählen. Wann befreit man sich endlich von der US-Vormundschaft?

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