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31.12.2015

13:30 Uhr

Nachbarländer in Sorge

China baut zweiten Flugzeugträger

Seit Monaten schon kursieren Gerüchte, wonach China den Bau eines zweiten Flugzeugträgers plant. Nun hat die Führung in Peking die Vermutungen bestätigt. Andere Pazifik-Anrainerstaaten sind alarmiert.

Den ersten Flugzeugträger (Foto) hatte China von der Ukraine erworben. Das zweite Kriegsschiff will Peking nach eigenen Plänen konstruieren lassen. dpa

Chinesischer Flugzeugträger

Den ersten Flugzeugträger (Foto) hatte China von der Ukraine erworben. Das zweite Kriegsschiff will Peking nach eigenen Plänen konstruieren lassen.

PekingChina baut einen zweiten Flugzeugträger. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking sagte am Donnerstag, das Kriegsschiff werde in der nordöstlichen Hafenstadt Dalian nach eigenen Plänen konstruiert. Er bestätigte damit seit Monaten andauernde Gerüchte.

Chinas erster Flugzeugträger ist ein mehr als 25 Jahre altes sowjetisches Schiff, das Peking von Kiew erworben und 2012 nach Umbauarbeiten in Dienst genommen hatte. China baut seit Jahren seine Streitkräfte und auch die Marine stark aus und beunruhigt damit seine Nachbarn.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers wird der neue Flugzeugträger eine Verdrängung von 50.000 Tonnen und einen konventionellen Antrieb haben – also nicht mit Atomkraft betrieben werden. Er soll demnach mit chinesischen Kampfflugzeugen vom Typ J-15 ausgerüstet werden.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Zwischenfälle zwischen Kriegsschiffen Chinas und seiner Nachbarländer, die mit Peking im Streit um mehrere Inselgruppen im Ost- und im Südchinesischen Meer liegen, so dass immer wieder vor einem militärischen Konflikt gewarnt wird.

Von

afp

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