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14.11.2012

15:25 Uhr

Nachfolger gesucht

Juncker will endgültig gehen

VonRuth Berschens

Dieses Mal meint Jean-Claude Juncker es ernst. Er will den Eurogruppen-Vorsitz Anfang nächsten Jahres abgeben. Einen Nachfolger für ihn gibt es immer noch nicht.

Jetzt will er also doch gehen: Jean-Claude Juncker. dpa

Jetzt will er also doch gehen: Jean-Claude Juncker.

BerlinDie Auskunft aus Luxemburg ist glasklar: „Jean-Claude Juncker hat im Juli gesagt, dass er nur noch bis Anfang nächsten Jahres Eurogruppen-Vorsitzender ist. Dabei bleibt es“, sagte Junckers Sprecher dem Handelsblatt. Er beendet damit Spekulationen, dass Juncker am Ende doch länger an der Spitze der Euro-Gruppe bleibt als von ihm selber angekündigt. Beim vorigen Mal habe Juncker die „dringenden Bitten“ der Euro-Regierungschefs noch erhört. „Doch dieses Mal wird das nicht mehr passieren“, sagte der Sprecher.

Wenn der Luxemburger es tatsächlich so ernst meint mit seinem Abgang, dann wird es schwierig für die Euro-Zone. Denn ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht. „Im Augenblick haben wir andere Sorgen“, verkündete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gestern in Brüssel. Seine eigene Bewerbung für das Amt erwähnte der deutsche Kassenwart wohlweislich nicht mehr. Anfang des Jahres hatte die Bundesregierung Schäuble als ihren Kandidaten für den Eurogruppen-Vorsitz ins Spiel gebracht. Doch die Bewerbung scheiterte dann am Widerstand des frisch gewählten französischen Staatspräsidenten Francois Hollande.

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Am Ende musste Juncker noch einmal in die Bresche springen. Für eine volle Amtszeit von zweieinhalb Jahren stehe er aber nicht mehr zur Verfügung, verkündete der Luxemburger nach seiner Wiederwahl im Juli. Anfang 2013 wolle er das Amt endgültig abgeben.

Damit steht der Euro-Gruppe ein Déjà-Vu-Erlebnis bevor. Seit dem Sommer hat sich nämlich nicht viel geändert. Frankreich hegt immer noch Bedenken gegen Schäuble. Der Deutsche gilt in der Euro-Gruppe mehr denn je als knallharter Vertreter deutscher Interessen und als Polarisierer. So tat Schäuble alles, um direkte Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM für spanische Banken zu verhindern. Nur gesunde Banken dürften direkte Kapitalspritzen aus dem ESM erhalten.

Kein Land dürfe die Altlasten seiner Geldbranche bei dem Rettungsfonds abladen, verkündete Schäuble im Oktober gemeinsam mit seinen finnischen und niederländischen Amtskollegen. Damit machte sich Schäuble bei den Südeuropäern noch unbeliebter. Und es gilt in Brüssel nun als noch unwahrscheinlicher, dass der Deutsche jemals Chef der Euro-Gruppe wird. „Er ist wahrlich kein Traumkandidat für das Amt“, sagt ein EU-Diplomat.

Nur eines hat sich seit dem Sommer geändert: Juncker, der die Euro-Gruppe schon seit 2005 leitet, will die Kohlen nicht noch einmal aus dem Feuer holen. Vielleicht wartet der 57-Jährige noch darauf, dass die Euro-Zone und der IWF das derzeit löchrige Hilfspaket für Griechenland neu schnüren. Spätestens im Januar wird die Frage nach Junckers Nachfolge aber auf den Tisch kommen. Die Regierung in Paris hat sich darauf offenbar auch schon eingestellt. Vielleicht schafft es Frankreich dann ja, einen konsensfähigen Kandidaten für das Amt zu präsentieren. Eine Auskunft dazu ließ sich Frankreichs Finanzminister diese Woche aber noch nicht entlocken. Pierre Moscovici wiegelte ab: „Nächstes Jahr ist nächstes Jahr.“

Kommentare (34)

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Numismatiker

14.11.2012, 15:40 Uhr

"Juncker will endgültig gehen"

Es geschehen immer noch Zeichen und Wunder!
Egal, wer ihm nachfolgt, schlimmer kann er nicht werden.

Joker1

14.11.2012, 15:47 Uhr

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!

Luegenbaron_Schaeuble

14.11.2012, 15:55 Uhr

Lügenbaron Scäuble wäre ein würdiger Nachgolger.
Da kann er dann ganz Europa belügen.

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