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05.05.2015

18:58 Uhr

„Nachtwölfe“

Millionenhilfe für Putins Nazi-Rocker

Die „Nachtwölfe“ sind auf dem Weg nach Berlin, wo sie an die Erfolge der Roten Armee erinnern wollen. Dabei wird die umstrittene Biker-Gang auch vom Kreml unterstützt. Die Rocker sollen viel Geld vom Staat kassieren.

Kremlchef Putin hat es ausprobiert: Motorradfahren mit dem Biker-Club „Die Nachtwölfe“. AFP

Kremlchef Putin hat es ausprobiert: Motorradfahren mit dem Biker-Club „Die Nachtwölfe“.

DüsseldorfDie dem Kreml nahe stehende Motorrad-Gang „Nachtwölfe“, die momentan mit ihren Motorrädern von Bayern nach Berlin rollt, wird mit über einer Million Euro aus dem Staatshaushalt unterstützt. Die politisch neonazistisch ausgerichteten Rocker, die persönlich von Russlands Präsident Wladimir Putin gefördert werden, sollen nach Berechnungen des Fonds des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalnyj seit 2013 insgesamt 56 Millionen Rubel (umgerechnet 1,2 Millionen Euro) an Staatshilfen bekommen haben, sagte ein FBK-Sprecher Handelsblatt online. Nawalnyjs Fonds zur Bekämpfung der Korruption (FBK) gilt in Russland als eine sehr seriöse, wenn auch politisch unbequeme Quelle.
Insgesamt haben die „Nachtwölfe“ demnach fünf Präsidenten-Zuwendungen bekommen, zwei im Jahr 2013 und drei im Jahr 2014, als die neonazistische Rockerbande auch demonstrativ auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim mit einem Motorrad-Corso herumfuhr. Zudem bekam der rechtsgerichtete Motorrad-Klub ein Millionen-Stipendium des Kulturministeriums für eine Motorradshow in der Hafenstadt Sewastopol auf der okkupierten Krim.
„Nachtwölfe“-Gründer Alexander Saldostanow, Kampfname: Chirurg, war früher auch Türsteher in Berlin und hat sich mehrfach bei Motorradfahrten mit Putin ablichten lassen. Putin hat ihm einen Ehrenorden Russlands verliehen. Beim Gewinnen der Ausschreibungen der Präsidenten-Zuschüsse haben sich die umstrittenen Rocker als „Gesellschaftliche Organisation Russische Motorradfahrer“ maskiert, so FBK.

Die „Nachtwölfe“, die zuletzt das KZ Dachau besucht haben auf ihrer angeblichen „Siegestour“ zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, wollen am 9.Mai in Berlin Kränze zum Gedenken an sowjetischen Ehrenmalen niederlegen. Einigen der rechten Rocker war am Flughafen Berlin-Schönefeld und bei der Ankunft mit der Fähre in Travemünde die Einreise nach Deutschland verweigert worden. Andere Rocker kamen mit ihren Motorrädern und russischen Flaggen über die Grenze aus Österreich.

Von

mbr

Kommentare (13)

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Herr Edmund Stoiber

05.05.2015, 19:31 Uhr

Typisch Lügenpresse!

"....sollen nach Berechnungen des Fonds des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalnyj ...."

Die Parole der fragwürdigen Quelle passt ins Propagandaszenario und wird sofort als Schlagzeile verwendet.

Liebes Handelsblatt: Kommst Du Dir nicht allmälich missbraucht oder vieleicht schon sogar ziemlich blöd vor? Deine Quelle ist nicht glaubwürdig und Du tust alles, um Dir einen Stammplatz im Lügensumpf der amerikanischen Propagandamaschinerie zu sichern. Langsam fängst Du auch an zu stinken!

Die Mopedfahrt dieser marzialisch auftretenden Russen-Rockerspezies, interessiert tatsächlich nur RTL/BILD Zuschauer/Leser!

Herr Josef Duffner

05.05.2015, 19:57 Uhr

Ich wäre für eine seriöse Berichterstattung sehr dankbar.
Nicht nur immer angeblich oder eventuell oder wie man hört oder vermutlich usw..
Bitte nennen sie Fakten und Zahlen die stimmen und belegbar sind.
Nicht immer irgendwie im Nebel rum stochern und darauf warten, dass die Meldung von irgend wem als richtig gedeutet wird oder sogar bestätigt wird.
Ich möchte Bitteschön gut informiert werden.
Ansonsten lassen sie so eine Meldung einfach weg.

Herr Oliver Klima

06.05.2015, 08:06 Uhr

Fast könnte man meinen, die Beiträge von Hirsepp, Duffner und Stoiber wären auch durch den Kreml finanziert.

- Herr Duffner, was den Kreml betrifft, stochern wir seit Jahren im Nebel herum. Etwas anderes bleibt uns bei dieser Politik Putins nicht übrig.

- Herr Hirsepp, bei allem Harleykult in den USA habe ich noch nie einen US-Präsidenten gesehen, der in dieser infantilen Art auftritt. Es ist die Politik beleidigter Nadelstiche, womit man Putin auf der internationalen Bühne einfach nicht mehr ernst nehmen kann - eine billige Innenpolitik.

- Und Herr Stoiber, der Duktus ist doch erkennbar vom Hass gegenüber der westlichen Kultur geprägt. Ob Sie hier zu Hause sind?

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