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24.08.2014

18:03 Uhr

Nahe Atomanlage

Iran meldet Abschuss israelischer Drohne

Laut iranischer Revolutionsgarde wurde nahe einer Atomanlage in Iran eine Drohne abgeschossen. Iran behauptet, sie stamme aus Israel. Derzeit verhandelt der Westen mit Teheran bezügliches dessen Atomprogramms.

Eine Aufnahme von dem iranischen Atomkraftwerk Buschehr: Israel und der Westen verdächtigen das Land seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. dpa

Eine Aufnahme von dem iranischen Atomkraftwerk Buschehr: Israel und der Westen verdächtigen das Land seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Teheran Der Iran hat nach eigenen Angaben eine israelische Drohne abgeschossen, die in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Nach Angaben der Revolutionsgarden wurde das unbemannte Fluggerät von iranischen Raketen getroffen, kurz bevor es die Atomanlage Natans im Zentraliran habe erreichen können. Die iranische Nachrichtenagentur Isna nannte am Sonntag zunächst keine weiteren Details.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte dazu in Tel Aviv auf Anfrage lediglich, Israel äußere sich nicht zu ausländischen Medienberichten.

Die Revolutionsgarden werteten den Angriff der „Spionagedrohne“ in einer Erklärung als „einen weiteren Beweis für die Kriegstreiberei des zionitsichen Regimes (Israel) und seine kriminelle Mentalität“. Die Revolutionsgarden sähen es als ihr legitimes Recht an, diesen „kriegerischen Akt“ zu erwidern.

In der Erklärung wurde nicht erwähnt, wann genau die Drohne abgeschossen wurde und wie die IRGC feststellen konnten, dass es sich um eine israelische Drohne gehandelt habe. Der Iran hatte in den vergangenen Jahren wiederholt vermeldet, ausländische Spionagedrohnen über dem eigenem Territorium vom Himmel geholt zu haben.

Israel fühlt sich wie kein anderes Land durch das iranische Atomprogramm bedroht und fordert von Iran seit langem die völlige Aufgabe der Fähigkeit, Atomwaffen zu entwickeln und zu bauen.

Die iranischen Atomanlagen

Schwerwasserreaktor in Arak

Eine zentrale Rolle im Atomstreit spielt der geplante Schwerwasserreaktor in Arak, rund 250 Kilometer südwestlich von Teheran. Solche Reaktoren werden mit gewöhnlichem, nicht angereichertem Uran befeuert und mit sogenanntem schwerem Wasser, einer molekularen Variante, gekühlt. Schwerwasserreaktoren sondern als Nebenprodukt mehr Plutonium ab als Reaktoren, die mit gewöhnlichem Wasser gekühlt werden. Plutonium wiederum kann für die Herstellung von Atomwaffen eingesetzt werden.

Der Bau des Reaktors in Arak begann 2004 und ist fast fertig. Ein Datum für die Inbetriebnahme ist jedoch noch nicht bekannt. Der Iran gibt an, die Anlage für die Herstellung von Isotopen für medizinische und industrielle Zwecke nutzen zu wollen. Die UN-Inspektoren haben die Anlage bereits besichtigt. Vor knapp zwei Wochen sagte die Regierung ihnen überdies zu, weitere Kontrollen zu ermöglichen.

Urananreicherungsanlage in Natans

Der Iran betreibt zwei bedeutende Urananreicherungsanlagen. Die älteste und größte befindet sich in Natans, rund 260 Kilometer südwestlich von Teheran. Die Schutzmaßnahmen sind aufwendig: Die Zentrifugen stehen unter der Erde und die Anlage wird von mehreren Luftabwehrgeschützen verteidigt. Seit 2006 drehen sich die Zentrifugen und reichern Uran an. Insgesamt soll der Iran nach UN-Angaben 18.000 Zentrifugen besitzen

Urananreicherungsanlage in Fordo

Die zweite Anlage liegt in Fordo, im bergigen Süden der Hauptstadt Teheran. Die Regierung hielt die Urananreicherungsanlage lange geheim. Erst 2009 wurde ihre Existenz durch ausländische Geheimdienste bekannt. Das Gelände wird von den elitären Revolutionsgarden geschützt. Die UN-Inspektoren haben beide Anlagen in Natans und in Fordo bereits besucht und Systeme für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung eingerichtet. Der Iran will aber nach eigenen Angaben zehn weitere Anlagen zur Urananreicherung bauen. Details zu den Plänen sind jedoch noch nicht bekannt.

Reaktor Buschehr

Das Kraftwerk Buschehr befindet sich im Südwesten des Landes an der Küste des Persischen Golfs. Das Projekt hatte schon vor der islamischen Revolution 1979 mit deutscher Beteiligung begonnen, später wurde es mit russischer Unterstützung weiter betrieben. 2011 wurde Buschehr als erstes iranisches Atomkraftwerk ans Netz angeschlossen.

Reaktor Teheran

Der wichtigste Forschungsreaktor steht in der iranischen Hauptstadt. Dort werden vor allem Isotope für medizinische Zwecke produziert. Die UN-Experten haben Zugang zu der Anlage.

Reaktoren in Planung

In den kommenden 20 Jahren plant der Iran den Bau mehrerer neuer Reaktoren. Wenige Details sind bekannt. Der meistdiskutierte Vorschlag ist ein Reaktor zur Energiegewinnung in Darchowin in der südwestlichen Provinz Chusestan. Er soll ausschließlich mit iranischer Technologie konstruiert werden. Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) versprochen, seine Pläne zu erläutern.

Uranmine Saghand

Die bedeutendste Uranmine des Landes liegt in Saghand in der zentralen Provinz Jasd. Dort lagern die größten iranischen Vorkommen. Die Inspektoren dürfen die Mine betreten.

Uranmine Gachin

Eine kleinere Uranmine liegt am Persischen Golf. Ganz in der Nähe gibt es eine Raffinerie in Bandar Abbas. Seit 2006 wurden hier kleine Mengen von sogenanntem Yellowcake hergestellt. Dabei handelt es sich um ein gelbes, pulverförmiges Material aus Uranverbindungen, aus dem Brennstäbe hergestellt werden.

Uranmine Ardakan

Rund 500 Kilometer südlich von Teheran ist eine Raffinerie zur Produktion von Yellowcake geplant. Sie ist noch nicht in Betrieb.

Militäranlage Parchin

In Parchin südöstlich von Teheran befindet sich ein Militärgelände, auf dem konventionelle Waffen getestet werden. Die IAEA vermutet, dass dort eine unterirdische Anlage existiert, in der Zünder für Atomsprengköpfe getestet worden sein sollen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Zwar konnten die Inspektoren den Stützpunkt 2005 besuchen, seither verlangt die IAEA aber erneut Zugang, den sie aber bislang nicht bekam.

Israel und der Westen verdächtigen das Land seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomtechnologie. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Teheran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland über ein Abkommen zur dauerhaften Beilegung des Streits. In seinem Zentrum steht die Urananreicherung, die zur Erzeugung von Brennstoff ebenso wie zur Herstellung von hochangreichertem Uran für Atomwaffen genutzt werden kann.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

25.08.2014, 07:32 Uhr

Mutmaßliche israelische Drohne abgeschossen
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Die iranische Revolutionsgarde meldete den Abschuss einer israelischen Spionagedrohne.
Sie sollte eine Atomanlage ausspionieren, in der auch hochangereichertes Uran für Atomwaffen hergestellt werden kann.

Herr reiner tiroch

25.08.2014, 08:51 Uhr

und für den Abschuß der Drohne wird sich israel mit der Zerstörung des AKW bedanken, gell?

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