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28.02.2013

14:25 Uhr

Nahe EZB-Zielwert

Inflationsrate der Euro-Zone bei zwei Prozent

Die Verbraucherpreise steigen nur leicht. Das liege an der schwachen Konjunktur in den meisten Euro-Ländern. Der Preisauftrieb ist so gering wie seit zwei Jahren nicht mehr und liegt nahe des EZB-Zielwertes.

Euro-Skulptur vor der EZB. Die Inflationsrate liegt nach des EZB-Ziels. dapd

Euro-Skulptur vor der EZB. Die Inflationsrate liegt nach des EZB-Ziels.

LuxemburgDie schwache Konjunktur in vielen Euroländern lässt die Verbraucherpreise weiterhin nur leicht steigen. Im Januar sank die jährliche Inflationsrate von 2,2 Prozent im Vormonat auf 2,0 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit vorläufige Zahlen von Anfang Februar. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise deutlich um 1,0 Prozent.

Der Preisauftrieb im Währungsraum ist derzeit so gering wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Teuerung liegt nur noch knapp über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von etwas weniger als zwei Prozent.

Inflationsrisiken

Lohn-Preis-Spirale

Wegen der guten Konjunktur haben die Gewerkschaften kräftige Lohnerhöhungen durchgesetzt: Die Chemie-Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent, die Metaller 4,3 Prozent mehr Geld, mit einer Laufzeit von rund einem Jahr. Die Beschäftigten bei Bund und Kommunen handelten ein Plus von 6,3 Prozent für zwei Jahre aus. Unternehmen und Staat werden versuchen, die höheren Personalkosten aufzufangen, indem sie ihre Preise beziehungsweise Gebühren und Abgaben anheben. Verteuert sich die Lebenshaltung dadurch merklich, werden die Gewerkschaften in der nächsten Lohnrunde einen Ausgleich verlangen. Es droht eine Spirale, bei der sich Löhne und Preise gegenseitig nach oben schaukeln.

Lockere EZB-Geldpolitik

Bei ersten Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale müsste die EZB ihre Zinsen anheben. Mit teurerem Geld kann sie Konsum und Investitionen drosseln, was die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen könnte. Aus Rücksicht auf die schwere Wirtschaftskrise in Ländern wie Spanien wird die Zentralbank ihren Leitzins aber wohl noch längere Zeit auf dem Rekordtief von einem Prozent lassen - oder sogar weiter senken. Die extrem niedrigen Zinsen aber können den Konsum im prosperierenden Deutschland weiter befeuern und die Preise anheizen.

Schwacher Euro

Wegen der eskalierenden Schuldenkrise steht der Euro unter Abwertungsdruck. Mit rund 1,25 Dollar ist er so billig wie seit Sommer 2010 nicht mehr. Das Problem: Deutschland als rohstoffarmes Land muss Öl, Metalle und andere Materialien im Ausland kaufen. Auf dem Weltmärkten werden die Rohstoffe überwiegend in Dollar abgerechnet. Ein schwächerer Euro macht damit deutsche Importe teurer.

Enorme Liquidität

Zusätzliche Gefahren gehen von der Politik der Europäischen Zentralbank aus, den Finanzhäusern billiges Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung zu stellen. Allein Ende 2011 und Anfang 2012 hat sie mehr als eine Billion Euro zum Zins von aktuell einem Prozent für drei Jahre in den Finanzsektor gepumpt. Zieht die Kreditvergabe an die Unternehmen erst einmal an, kann das viele Geld schnell in Inflation münden.

Die Notenbank rechnet damit, dass sie ihr mittelfristiges Inflationsziel bald erreichen wird.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

28.02.2013, 14:46 Uhr

Jaja Erich .... :D und niemand hatte vor eine Mauer zu errichten, wir wissen es....und ja, der Endsieg ist nahe.

Insider

28.02.2013, 14:47 Uhr

Draghi rechnet die Inflation runter,ansonsten müsste er handeln und das wäre nicht im Sinne der Italiener.

Account gelöscht!

28.02.2013, 14:55 Uhr

Inflationsrate der Euro-Zone n u r bei zwei Prozent?

Wir Menschen haben eine phantastische Erde, worauf wir leben dürfen. Können wir nicht in Ruhe und in Frieden miteinander leben?

Zur europäischen Wirtschaftskrise lautet meine Erkenntnis folglich:

„Der Euro ist ein Blendwerk. Diese Gemeinschaftswährung hat das unpässliche Wirtschaftswachstum und die Gier nach Wohlstand beflügelt. Die Gier nach mehr Wohlstand ist eine unabstellbare Schwäche der Menschen. Die nationalen Währungen hatten die Grenzen des machbaren Wohlstandes verinnerlicht und aufgezeigt.“

Die Menschen können wir in ihrem Charakter nicht ändern. Wie soll das Leben mit der Gemeinschaftswährung jemals funktionieren?

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