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29.03.2014

13:11 Uhr

Naher Osten

Israelische Soldaten schießen auf Syrer

Zwei bewaffnete Syrer haben sich an Sperranlagen auf den Golanhöhen zu schaffen gemacht und haben das wahrscheinlich mit ihrem Leben bezahlt: Israelische Soldaten haben tödliche Schüsse auf sie abgefeuert.

Israelische Soldaten beim Training auf den Golanhöhen: Seit 2012 gerieten die Soldaten wiederholt aus Syrien unter Beschuss. dpa

Israelische Soldaten beim Training auf den Golanhöhen: Seit 2012 gerieten die Soldaten wiederholt aus Syrien unter Beschuss.

Tel AvivIsraelische Soldaten haben am Sperrzaun zu Syrien auf den Golanhöhen zwei Bewaffnete beschossen und nach Angaben der Armee mit Sicherheit auch getötet. Die Körper der beiden seien zwar weder aus der Nähe untersucht noch geborgen worden, aber es gebe keine Zweifel, dass sie tödlich getroffen worden seien, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv am Samstag auf Anfrage. Die Eindringlinge hätten sich an Sperranlagen zur Sicherung des israelisch kontrollierten Territoriums zu schaffen gemacht und versucht, sie zu beschädigen.

Erst vor eineinhalb Wochen waren vier israelische Militärs in der Nähe des Sperrzauns durch einen ferngezündeten Sprengsatz verletzt worden. Israel hatte darauf mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf nahe gelegene Stellungen der syrischen Armee reagiert. Dabei waren nach syrischen Angaben ein Soldat getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden.

In der 1967 von Israel im Krieg mit Syrien eroberten Region war es seit dem Jom-Kippur-Krieg 1973 jahrelang relativ ruhig gewesen. Die Annexion durch Israel ist international nicht anerkannt. Syrien fordert das Gebiet zurück.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Seit 2012 gerieten israelische Soldaten wiederholt aus Syrien unter Beschuss. Meist handelte es sich nach Einschätzung der Armee jedoch nicht um gezielte Angriffe. Der Beschuss sei vielmehr Folge des Bürgerkrieges in Syrien gewesen. Nur in einigen Fällen schoss Israel zurück. Soweit es sich um gezielte Angriffe handelte, beschuldigte Israel das syrische Militär und dessen Verbündete, die südlibanesische Hisbollah-Miliz. Aber auch die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehende und gegen das Assad-Regime kämpfende Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (ISIS) wurde als Urheber genannt.

Von

dpa

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