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21.05.2011

11:09 Uhr

Nahost-Frieden

Offener Streit zwischen Netanjahu und Obama

Israels Ministerpräsident Netanjahu hat Obamas Forderungen eine klare Absage erteilt.

Netanjahu (l.) ist trotz seiner scharfen Kritik von einer gemeinsamen Lösung überzeugt. Quelle: dapd

Netanjahu (l.) ist trotz seiner scharfen Kritik von einer gemeinsamen Lösung überzeugt.

WashingtonDer US-Kurswechsel in der Nahost-Politik hat zu einer offenen Konfrontation zwischen US-Präsident Barack Obama und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu geführt. Die US-Forderung nach einer Friedenslösung zwischen Israel und den Palästinensern in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 würde Israel mit nicht-verteidigbaren Grenzen zurücklassen, sagte Netanjahu am Freitag im Weißen Haus. Indirekt bezichtigte Netanjahu Obama der Blauäugigkeit: Israel sei zwar bereit, Zugeständnisse für den Frieden zu machen, versicherte Netanjahu. „Frieden, der auf Illusionen gebaut ist, wird aber am Ende an den Klippen der nahöstlichen Realität zerschellen“, erklärte er.

Bereits auf dem Flug nach Washington hatte es in führenden israelischen Regierungskreisen geheißen, Israel habe den Eindruck, die Obama-Regierung verstehe die schwierige Lage nicht, in der sich der jüdische Staat befinde. Netanjahu hatte sich - diplomatisch ungewöhnlich - unmittelbar nach Obamas Grundsatzrede am Donnerstag in scharfer Form von der Forderung Obamas abgesetzt, die Grenzen vor 1967 zur Grundlage eines Friedensschlusses zu nehmen. Die Lebensfähigkeit eines Palästinenser-Staates könne nicht „auf Kosten von Israels Existenz“ gehen.

Es sei unmöglich für Israel, diese Grenze zu verteidigen, argumentierte Netanjahu auch bei seinem Treffen mit Obama. Er versicherte zugleich, zwar hätten er und Obama „hier und da“ Meinungsverschiedenheiten, gleichwohl könnten sie weiterhin gemeinsam am Frieden in Nahost arbeiten. Obama beteuerte, die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien und blieben eng. Zugleich bekräftigte er die Grundzüge seiner Nahost-Politik, wie er sie am Vortag dargelegt hatte.

Kommentare (7)

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Revision

21.05.2011, 06:11 Uhr

der Schwanz wedelt den Hund. Wir wissen wie der hase laeuft!!!

Thomas-Melber-Stuttgart

21.05.2011, 08:41 Uhr

Aufgrund der bekannten demographischen Entwicklung ist die Zukunft eines jüdischen Israel mehr als ungewiß.

Account gelöscht!

21.05.2011, 08:46 Uhr

Jeder weiß es, aber keiner will es aussprechen.
Ob manche Kräfte innerhalb der USA jetzt die gleichen Schlüsse ziehen wie damals schon andere Wiedersacher der Plutokratie in Mitteleuropa?
Wenn ja und wenn die Aktion mit Strauss-Kahn mit zum Plan gehört, dann kann uns nur ein Desaster bevor stehen.

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