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17.10.2011

12:08 Uhr

Nahost

Gefangenenaustausch wird gespannt erwartet

Der israelische Soldat Gilad Schalit soll nach über fünf Jahren Geiselhaft freikommen. Zunächst 477 palästinensische Häftlinge sollen dafür freigelassen werden. Eine große Mehrheit der Israelis ist für den Tauschhandel.

Palästinenser feiern den Gefangenenaustausch zwischen Israel und Hamas. dapd

Palästinenser feiern den Gefangenenaustausch zwischen Israel und Hamas.

Tel Aviv/GazaFast fünfeinhalb Jahre nach seiner Entführung in den Gazastreifen soll der israelische Soldat Gilad Schalit am Dienstag in seine Heimat zurückkehren. Der israelische Rundfunk meldete am Montag, wenn alles nach Plan verlaufe, solle der 25-Jährige bis Dienstagnachmittag wieder zu Hause sein. „Das Wohl eines jeden Soldaten ist wie das Wohl des ganzen Staates Israel“, sagte Staatspräsident Schimon Peres am Montag zu dem erwarteten Gefangenenaustausch, bei dem zunächst 477 palästinensische Häftlinge freikommen sollen.

Nach Angaben aus Kreisen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen ist die Übergabe um 11.00 Uhr (MESZ) geplant. Sie solle am Rafah-Übergang zwischen Gazastreifen und Ägypten erfolgen, vermutlich mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes, hieß es am Montag.

Der 25-jährige Schalit soll den Angaben zufolge über den Rafah-Grenzübergang nach Ägypten gebracht und dort an die ägyptischen Behörden übergeben werden. Anschließend solle der junge Mann nach Israel transportiert werden, meldete der Rundfunk. Am nahe gelegenen Grenzübergang Kerem Schalom solle er ärztlich untersucht werden und ein erstes Telefongespräch mit seiner Mutter führen. Ein Hubschrauber werde ihn von dort aus zum israelischen Militärflughafen Tel Nof südlich von Rechovot bringen. Dort wollten ihn seine Eltern Noam und Aviva in die Arme schließen. Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Ehud Barak sowie Generalstabschef Benny Ganz wollten dabei anwesend sein.

Ein palästinensischer Häftling während des Gefangenentransports. dapd

Ein palästinensischer Häftling während des Gefangenentransports.

Nach einer gründlicheren ärztlichen Untersuchung in Tel Nof soll Schalit dann mit seiner Familie mit dem Hubschrauber in seinen Heimatort Mizpe Hila im Norden Israels geflogen werden.

Israel lässt im Gegenzug in einem ersten Schritt 477 palästinensische Häftlinge frei. Den Rundfunkberichten zufolge soll ein Teil der Gefangenen am frühen Dienstag vom Keziot-Gefängnis aus in Bussen zum Übergang Kerem Schalom an der Grenze zum Gazastreifen gebracht werden. Andere Häftlinge, die in das Westjordanland zurückkehren, sollten zum Übergang Beitunia gefahren werden.

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