Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2015

01:10 Uhr

Nahost-Gewalt

Israel nimmt jüdische Extremisten in Haft

Nach dem Brandanschlag im Westjordanland ändert die israelische Justiz ihren Umgang mit Verdächtigen. Verlängerte Haft ohne Prozess erließ sie bislang nur gegen Palästinenser. Nun droht sie auch jüdischen Rechtsextremen.

Israelischer Wachposten in der Nähe des von einem Brandanschlag erschütterten Dorfes Duma. Die israelischen Behörden gehen seit dem Vorfall härter gegen Rechtsextremisten vor. AFP

Israelischer Wachposten an der Westbank

Israelischer Wachposten in der Nähe des von einem Brandanschlag erschütterten Dorfes Duma. Die israelischen Behörden gehen seit dem Vorfall härter gegen Rechtsextremisten vor.

JerusalemIm Bemühen um die Eindämmung von Gewalttaten jüdischer Extremisten haben die israelischen Behörden mehrere Verdächtige festgesetzt: Ein Gericht in Nazareth ordnete am Dienstag an, dass der am Vortag festgenommene Meir Ettinger weiter in Gewahrsam bleibt. Es gab noch eine weitere Festnahme. Zudem wurde erstmals die sogenannte Administrativhaft gegen einen jüdischen Extremisten erlassen. Damit wird die Verlängerung der Haft ohne Prozess ermöglicht.

Anschlag auf Westjordanland: Palästinenser wollen Kleinkind-Tod vor die UN bringen

Anschlag auf Westjordanland

Palästinenser wollen Kleinkind-Tod vor die UN bringen

Der Tod eines palästinensischen Kindes bei einem Anschlag im Westjordanland sorgt für Empörung. Offenbar haben militante Siedler den Brand gelegt. Die palästinensische Autonomiebehörde kündigt Konsequenzen an.

Seit dem Brandanschlag auf eine palästinensische Familie in dem Dorf Duma am vergangenen Freitag gehen die israelischen Sicherheitsbehörden verstärkt auch gegen jüdische Extremisten vor. Bei dem Anschlag war ein 18 Monate alter Junge getötet worden.

Die in Israel viel beachtete Festnahme Ettingers in der Stadt Safed war die erste nach dem schweren Anschlag. Eine Polizeisprecherin sagte, er werde verdächtigt, "Verbrechen aus nationalistischen Motiven" begangen zu haben.

Ob er in den Brandanschlag verwickelt war, ist aber unklar. Das Bezirksgericht entschied nach einer ersten Anhörung im Beisein der Verteidigung, dass der nach unterschiedlichen Quellen 23 oder 24 Jahre alte Ultranationalist mindestens bis Sonntag in Arrest verbleibt.

Armee beendet Straßenschlacht

Krawalle in Nahost nach Tod von Palästinenser-Kind

Armee beendet Straßenschlacht: Krawalle in Nahost nach Tod von Palästinenser-Kind

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Ettinger ist seit längerem im Visier des Inlandsgeheimdienstes Schin Beth und der Sicherheitsbehörden. Er ist ein Enkel des früheren Rassistenführers Rabbi Meir Kahane und soll eine führende Rolle in einer Gruppe junger jüdischer Rechtsextremisten aus dem Siedlermilieu im Westjordanland spielen, der verschiedene Gewalttaten zur Last gelegt werden.

Die Sicherheitsbehörden verdächtigen Ettinger insbesondere, Drahtzieher eines Brandschlags auf die katholische Brotvermehrungskirche am See Genezareth vom 18. Juni zu sein. Bei dem Anschlag entstand schwerer Sachschaden, zwei Menschen erlitten Rauchvergiftungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×