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01.02.2011

01:28 Uhr

Nahost

Hamas verhindert Anti-Mubarak-Demo

Experten befürchten, die Unruhen in Ägypten könnten sich auf die ganze Region ausdehnen. Im Gazastreifen unterband die regierende Hamas gestern Sympathiekundgebungen für die Opposition in Kairo. Dort steht heute Massendemo an.

Seit Tagen kommt Ägypten nicht zur Ruhe.

Seit Tagen kommt Ägypten nicht zur Ruhe.

HB/KAIRO. Die im Gazastreifen herrschende Hamas hat nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe eine Demonstration in Solidarität mit den Protesten in Ägypten verhindert. Die Organisation Human Rights Watch teilte in der Nacht zum Dienstag mit, die Hamas-Polizeimiliz habe am Montag sechs Frauen willkürlich festgenommen.

Etwa 20 weitere Demonstranten seien mit einer Festnahme bedroht worden, berichtete die Organisation unter Berufung auf Augenzeugen in Gaza. Die Polizei habe die festgenommenen Frauen dazu aufgefordert, schriftlich zu versichern, dass sie künftig nicht ohne polizeiliche Erlaubnis an Demonstrationen teilnehmen werden.

Weibliche Polizeioffiziere hätten zudem Demonstrantinnen beleidigt, die keine Kopftücher trugen, teilte Human Rights Watch mit. Sie hätten eine der Frauen auch geschlagen und an ihren Haaren gezogen. Später seien die Demonstrantinnen wieder freigelassen worden. „Die Hamas-Behörden sollten aufhören, willkürlich friedliche Demonstrationen zu stören, ob es dabei um Ägypten oder irgendetwas anderes geht“, sagte Sarah Leah Whitson, Nahost-Direktorin der Menschenrechtsgruppe. Offiziell hat sich die Hamas-Führung in Gaza bislang betont mit Äußerungen zu den Unruhen in Ägypten zurückgehalten.

Ägypten steht vor Massendemo

Vor der für heute geplanten Massendemonstration gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak soll das Mobiltelefonnetz unterbrochen werden. Das berichteten Medien und Regierungsvertreter in der Nacht zum Dienstag.

Am späten Donnerstagabend war das Internet in Ägypten gekappt worden. Die Opposition will mit einem Protestmarsch am Dienstag den Druck auf Mubarak noch einmal erhöhen. Eine Million Menschen wollen die Regimegegner auf die Straße bringen. Das Militär signalisierte der Opposition, dass es nicht auf friedliche Demonstranten feuern werde. "Wir erkennen die Legitimität der Forderungen der Bürger an", hieß es in der Erklärung der Militärführung, die am Montagabend veröffentlicht wurde. "Wir werden keine Gewalt gegen die Bürger einsetzen." Auch in Tunesien hatte die Armee im Gegensatz zur Polizei bei den Protesten gegen das mittlerweile geschasste Regime von Ben Ali Zurückhaltung geübt und damit die Achtung der Menschen gewonnen.

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