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27.01.2009

10:40 Uhr

Nahost

Israelischer Soldat am Gazastreifen getötet

Neue Gewalt im Gaza-Streifen: Militante Palästinenser haben eine israelische Armeepatrouille an der Grenze angegriffen. Dabei wurde ein israelischer Soldat getötet und drei weitere verletzt. Kurz darauf soll ein Palästinenser durch israelischen Beschuss ums Leben gekommen sein.

Gazastreifen: Der Nahost-Konflikt schwelt weiter. Foto: ap ap

Gazastreifen: Der Nahost-Konflikt schwelt weiter. Foto: ap

HB GAZA. Die israelische Armee bestätigte am Dienstag den Tod eines Soldaten bei dem palästinensischen Angriff bestätigt. Ein Armeesprecher sagte nach Aufhebung einer Nachrichtensperre, ein Berufssoldat sei getötet worden, als neben einer israelischen Patrouille am Rande des Gazastreifens ein Sprengsatz explodierte. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden, einer davon schwer. Über den Beschuss des Palästinenser durch Israel berichteten Mediziner. Mit den Vorkommnissen wäre die erst vor gut einer Woche von Israel und der radikal-islamischen Hamas ausgerufene Waffenruhe kurz vor dem ersten Besuch des neuen US-Nahostbeauftragten gebrochen worden.

Nach dem Bericht des Senders „Al-Arabija“ wurden außerdem drei israelische Soldaten verletzt. Das israelische Militär äußerte sich dazu zunächst nicht. Üblicherweise wartet es ab, bis die Angehörigen von Getöteten verständigt wurden. Das Militär bestätigte aber, dass in der Nähe der Truppen auf der israelischen Seite des Grenzzauns eine Bombe explodiert sei.

Zu dieser Explosion bekannte sich weder die im Gazastreifen herrschende Hamas noch eine mit ihr verbündete Gruppe. Palästinensische Anwohner am Grenzkontrollpunkt Kissufim berichteten Reuters, ein kleine Gruppe Bewaffneter habe sich am frühen Morgen in Richtung Grenzzaun aufgemacht. Kurz darauf seien Gewehrfeuer und Explosionen zu hören gewesen. Sie hätten nicht gesehen, dass die bewaffneten Männer zurückgekehrt wären.

Später feuerten israelische Soldaten auf ein Gebiet in der Nähe der Stelle, an der es laut Fernsehbericht zu der Explosion gekommen war. Den Ärzten zufolge wurde dabei der Palästinenser, ein 27-jähriger Bauer, getötet. Anwohner berichteten, israelische Soldaten seien in den Gazastreifen vorgerückt. In Gaza-Stadt, das einige Kilometer entfernt liegt, waren später zwei Explosionen zu hören.

Israel hatte seit Ende Dezember einen 22 Tage währenden Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen geführt und vor gut einer Woche einseitig eine Waffenruhe verkündet. Diesem Schritt war die Hamas gefolgt. Israels Weigerung, die Blockade des dicht besiedelten Küstenstreifens vollständig aufzuheben, hat Zweifel an der Haltbarkeit der Waffenruhe und den Bemühungen um den Wiederaufbau genährt.

US-Präsident Barack Obama hatte Israelis und Palästinenser zuvor aufgefordert, wieder Friedensverhandlungen aufzunehmen. Beide Seiten befänden sich zurzeit auf einem Weg, der ihnen weder Wohlstand noch Sicherheit bringe, sagte Obama dem arabischen TV-Sender „Al-Arabija“ Die Entsendung des neuen US-Nahostbeauftragten George Mitchell sei ein Zeichen dafür, dass er nicht erst bis zum Ende seiner Amtszeit warten wolle, um sich mit dem Nahost-Friedensprozess zu befassen.

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