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29.12.2013

12:56 Uhr

Nahost-Konflikt

Grenzgefecht zwischen Israel und Libanon

Es ist das zweite Grenzscharmützel zwischen Israel und dem Libanon innerhalb von knapp zwei Wochen. Aus dem Zedernstaat fliegen Raketen, Israel feuert zurück. Heizt sich Lage an der Grenze wieder auf?

Raketen aus dem Libanon schlagen im Norden Israels ein

Video: Raketen aus dem Libanon schlagen im Norden Israels ein

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Tel Aviv/BeirutIsrael hat am Sonntag auf Raketenangriffe aus dem Libanon mit massivem Artilleriefeuer reagiert. Es seien Dutzende Granaten auf den libanesischen Abschussort abgefeuert worden, bestätigte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Militante Libanesen hatten zuvor nach Medienberichten fünf Katjuscha-Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Es gab weder in Israel noch im Libanon Berichte zu möglichen Opfern. UN-Friedenstruppen waren in Kontakt mit beiden Seiten, um die Lage zu beruhigen.

Der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, es habe zwei Einschläge nahe der Grenzstadt Kiriat Schmona gegeben. Zuletzt waren im August Raketen aus dem Libanon in Israel eingeschlagen.

Israel reagierte darauf mit einem Luftangriff auf ein Palästinenserlager südlich von Beirut. Vor knapp zwei Wochen war allerdings im Grenzgebiet zum ersten Mal seit 2010 ein israelischer Offizier erschossen worden. Die libanesische Armee sprach von der Einzeltat eines Soldaten.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Es war zunächst unklar, wer hinter dem neuen Raketenangriff auf Israel stand. Während des Libanonkriegs von 2006 hatte die mit dem Iran und Syrien kooperierende Hisbollah-Miliz Tausende von Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Seitdem war es an der Grenze überwiegend ruhig.

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