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25.08.2014

12:21 Uhr

Nahost-Konflikt

Iran kündigt Ausrüstung der Palästinenser an

Direkte Konfrontation zwischen Iran und Israel? Die iranische Regierung kündigt die Aufrüstung der Palästinenser im Westjordanland an und will Waffenlieferungen durch die Revolutionsgarden „beschleunigt“.

Bald auch im Westjordanland? Iranische Soldaten während einer Militärparade in Teheran. dpa

Bald auch im Westjordanland? Iranische Soldaten während einer Militärparade in Teheran.

TeheranNach dem angeblichen Abschuss einer israelischen Aufklärungsdrohne über dem Iran will Teheran die militärische Aufrüstung der Palästinenser im Westjordanland „beschleunigen“. Die Islamische Republik behalte sich außerdem „das Recht auf jegliche Reaktion“ vor, erklärte die Luftwaffe der iranischen Revolutionsgarden am Montag auf deren offizieller Internetseite sepahnews.com.

Am Sonntag hatte der Iran nach eigenen Angaben nahe seiner wichtigsten Atomanlage in Natans eine Drohne des "zionistischen Regimes" abgeschossen, als diese sich dem Urananreicherungskomplex im Zentrum des Landes näherte. Die abgeschossene Drohne vom Typ „Hermes“ hatte demnach zwei hochauflösende Kameras an Bord und eine Flügelspannweite von fünfeinhalb Metern. Im iranischen Fernsehen wurden zudem Bilder von angeblichen Trümmern des unbemannten Flugzeugs gezeigt.

Raketen verschiedener Reichweite im Gazastreifen

Insgesamt 10.000 Raketen

Militante Palästinenser im Gazastreifen sind nach Informationen der israelischen Armee im Besitz von etwa 10.000 Raketen mit verschiedenen Reichweiten. Die Geschosse lagerten in unterirdischen Tunneln oder seien in Wohngebäuden, Schulen und Kindergärten untergebracht. Damit sollen Angriffe erschwert und verhindert werden. Eines der Ziele der israelischen Bodenoffensive ist es, unterirdische Raketenabschussrampen in dem Palästinensergebiet zu zerstören.

Iranische Fadschr-Raketen

Bei dem Hamas-Arsenal handelt sich den Informationen zufolge vor allem um iranische Fadschr-Raketen, die eine Reichweite von etwa 80 Kilometern hätten.

Mittelschtreckenraketen

Weitere Raketen können aber auch den Norden Israels erreichen: Nach Militärinformationen befinden sich im Gazastreifen auch mehrere hundert Mittelstreckenraketen vom Typ M-302. Diese würden in Syrien gefertigt und flögen bis zu 160 Kilometer weit.

Schmuggel im Auftrag des Irans

Im Auftrag des Irans würden die Raketen in den Gazastreifen verschifft oder über den Sinai geschmuggelt. Erst im März hatten israelische Einheiten vor Sudan ein Schiff gestoppt, das offenbar Raketen vom Typ M-302 geladen hatte.

Raketenangriff in Tel Aviv

Nach eigenen Angaben hat die Hamas seit Beginn des Schlagabtauschs mit Israel den Großraum Tel Aviv täglich mit Raketen des Typs M-75 angegriffen.

Ein israelischer Armeesprecher wollte zu den Angaben keine Stellung nehmen; Die Armee äußere sich grundsätzlich nicht zu ausländischen Medienberichten, sagte er in Jerusalem. Der Iran hatte in den vergangenen Jahren wiederholt vermeldet, ausländische Spionagedrohnen über dem eigenem Territorium vom Himmel geholt zu haben. Vor einigen Wochen bekannte sich die iranische Führung erstmals explizit zur militärischen Aufrüstung der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und ihrer Verbündeten vom Islamischen Dschihad, damit diese vom Gazastreifen aus israelische Ziele mit Raketen beschießen.

Israel und der Westen verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und pocht auf das Recht zur friedlichen Nutzung der Atomtechnologie. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland über ein Abkommen zur dauerhaften Beilegung des Streits. In seinem Zentrum steht die Urananreicherung, die zur Erzeugung von Brennstoff ebenso wie zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann.

Von

afp

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