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29.01.2009

11:16 Uhr

Nahost-Konflikt

Israel fliegt wieder Luftangriffe in Gaza

Die Waffenruhe in Nahost ist weiter brüchig: Bei einem israelischen Luftangriff sind am Donnerstag im Gazastreifen acht Menschen verletzt worden, unter ihnen sieben Kinder. Unterdessen wurde bekannt, dass Israels Ministerpräsident Ehud Olmert Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Räumung von Teilen Ost-Jerusalems und den Abzug von jüdischen Siedlern aus dem besetzten Westjordanland angeboten haben soll.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat laut Berichten den Palästinensern ein Angebot unterbreitet. Foto: ap ap

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat laut Berichten den Palästinensern ein Angebot unterbreitet. Foto: ap

HB GAZA. Der bei dem israelischen Angriff getroffene achte Verletzte, der sich in lebensbedrohlichem Zustand befinde, sei ein militanter Palästinenser, der zum Zeitpunkt des Angriffs auf einem Motorrad unterwegs war, berichteten Krankenhausärzte. Es handelte sich um den fünften israelischen Luftangriff seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe am 18. Januar. Am Dienstag hatte ein von Militanten gelegter Sprengsatz einen israelischen Soldaten auf der israelischen Seite des Grenzzauns zum Gazastreifen getötet.

Nach einem Zeitungsbericht soll Israels Ministerpräsident Ehud Olmert unterdessen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Räumung von Teilen Ost-Jerusalems und den Abzug von 60 000 jüdischen Siedlern aus dem besetzten Westjordanland angeboten haben. Olmert habe das am Mittwoch dem neuen US-Nahost-Sondergesandten George Mitchell mitgeteilt, berichtete die Zeitung „Jediot Achronot“ am Donnerstag.

Abbas und sein Chefunterhändler Ahmed Kureia hätten sich aber nach Olmerts Darstellung wegen der nahenden israelischen Parlamentswahl am 10. Februar geweigert, ein Protokoll zu unterzeichnen, das den bisherigen Verhandlungsstand festgehalten hätte.

Olmerts Angebot würde auch bedeuten, dass rund 140 000 Siedler in großen Wohnblöcken, die meist nahe bei Jerusalem liegen, bleiben könnten, wo sie sind. Die betreffenden Gebiete würde Israel mit den Palästinensern gegen Land in anderen Regionen tauschen. In Ost-Jerusalem beziehe sich die Offerte auf Stadtviertel mit überwiegend arabischer Bevölkerung, hieß es in der Zeitung. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev wollte am Donnerstag den Inhalt des Medienberichts weder bestätigen noch dementieren. Olmert habe bei den Verhandlungen „Flexibilität und Kreativität gezeigt“, sagte er nur.

Mitchell befindet sich seit Dienstag auf der ersten Nahost-Reise seit seiner Ernennung durch US-Präsident Barack Obama in der Vorwoche. Am Donnerstag will er Abbas in Ramallah treffen. Olmert scheidet nach der Wahl am 10. Februar aus der Politik aus, um sich gegen eine mögliche Anklage wegen Korruptionsvorwürfen zu verteidigen. Israel hatte das Westjordanland und Ost-Jerusalem im Gefolge des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt.

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