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06.01.2009

16:46 Uhr

Nahost-Konflikt

Israel nennt Bedingungen für Waffenruhe

Die internationalen Aufrufe zu einem Ende des Blutvergießens in Nahost werden immer lauter. Nun hat der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erste Bedingungen für eine Waffenruhe genannt. Unterdessen steigt die Zahl der Toten bei den Kämpfen im Gazastreifen ständig.

Die israelische Luftwaffe flog am Dienstag nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 50 Einsätze im Gazastreifen. Foto: ap ap

Die israelische Luftwaffe flog am Dienstag nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 50 Einsätze im Gazastreifen. Foto: ap

HB GAZA/JERUSALEM/DAMASKUS. Die israelische Armee ist am elften Tag ihrer Militäroffensive noch tiefer in den Gazastreifen vorgedrungen und hat die radikal-islamische Hamas weiter in die Zange genommen. Nach Olmerts Willen soll es eine Feuerpause nur bei verbindlichen Zusagen über einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser sowie des Waffenschmuggels in den Gazastreifen geben. Die Zahl der Todesopfer stieg auf rund 600.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatte zuvor bei einem Gespräch mit Israels Präsident Schimon Peres erneut für eine „humanitäre Feuerpause“ geworben. Sie warnte Peres, dass Israel seine internationale Unterstützung aufs Spiel setze und sein Ansehen zerstört werde. Die EU-Kommissarin sagte, jede Nation habe ein Recht auf Selbstverteidigung, aber Israels Aktionen seien unangemessen.

Nach den Worten von Peres geht es Israel nicht um Imagepflege, sondern um einen „Krieg gegen mörderischen Terror“. „Europa muss seine Augen öffnen, wenn es um die Kämpfe in Gaza geht“, sagte er.

Der Uno-Sicherheitsrat will in der Nacht zum Mittwoch erneut zusammentreffen, um über eine Resolution für eine Waffenruhe zu beraten. An den Verhandlungen wollte auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teilnehmen. Eine arabische Initiative war am Montagabend von mehreren Mitgliedern des 15-Länder-Gremiums, darunter auch dem amerikanischen Uno-Botschafter Zalmay Khalilzad, begrüßt worden.

Die israelische Luftwaffe flog am Dienstag nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 50 Einsätze im Gazastreifen. Militante Palästinenser feuerten im Gegenzug 27 Raketen auf Israel ab. Mindestens 35 Palästinenser starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bei Angriffen aus der Luft, vom Boden und vom Meer. Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza wurden mindestens zwölf Mitglieder einer Familie getötet. Beim einem Angriff wurde am Montagabend das Gelände einer Schule in der Siedlung Schati getroffen. Dort hielten sich mehrere hundert Palästinenser auf, die dort aus Gaza Zuflucht gesucht hatten. Drei Männer kamen bei der Explosion ums Leben. Sie hatten zum Zeitpunkt des Luftangriffs gerade den Waschraum der Schule verlassen, wie Uno-Mitarbeiter Adnan Abu Hasna am Dienstag mitteilte.

Wenige Stunden später wurde eine weitere Schule der Uno-Hilfsorganisation UNRWA in Dschebalija getroffen, einem weiteren Ort im nordöstlichen Gazastreifen. Auch in diesem Schulgebäude hielten sich Flüchtlinge auf. Hier kamen rund 40 Palästinenser ums Leben.

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