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25.12.2013

11:32 Uhr

Nahost-Konflikt

Israelis schließen Gaza-Warenübergang

Nach tödlichen Schüssen auf einen Israeli hatte die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Palästinensergebiet bombardiert. Zudem haben sie den Grenzübergang Kerem Schalom zum Gazastreifen bis auf weiteres geschlossen.

Ein Palästinenser sitzt auf den Trümmern seines Hauses. dpa

Ein Palästinenser sitzt auf den Trümmern seines Hauses.

Gaza/Tel AvivIsrael hat nach einem Schlagabtausch mit militanten Palästinensern den Grenzübergang Kerem Schalom zum Gazastreifen bis auf weiteres geschlossen. Über diesen Grenzübergang wird der Warenverkehr abgewickelt. Verteidigungsminister Mosche Jaalon habe die Maßnahme angeordnet, meldete der israelische Rundfunk am Mittwoch.

Nach tödlichen Schüssen auf einen Israeli aus dem Gazastreifen hatte die israelische Luftwaffe am Dienstag mehrere Ziele in dem Palästinensergebiet bombardiert. Dabei wurden ein Kleinkind getötet und mindestens sechs Menschen verletzt. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verurteilte die Schließung des Warenübergangs am Mittwoch als „kollektive Bestrafung“.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Von

dpa

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