Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2012

16:04 Uhr

Nahost-Konflikt

Obama bremst Netanjahu aus

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu steht mit seiner Iran-Konfliktstrategie international zunehmend isoliert da. Selbst der engste Verbündete USA will seinen strikten Kurs nicht mehr mittragen.

US-Präsident Barack Obama (r) bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 05.03.2012 im Weißen Haus in Washington. dpa

US-Präsident Barack Obama (r) bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 05.03.2012 im Weißen Haus in Washington.

Tel AvivBenjamin Netanjahu klang fast etwas nach Selbstmitleid. „In Zeiten von Meinungsverschiedenheiten mit unseren Verbündeten, sogar unseren engsten Verbündeten, wird Israels Führung auf die Probe gestellt“, sagte ein sichtlich übernächtigter israelischer Regierungschef bei einem Treffen mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in Jerusalem. In der Nacht zuvor hatte er lange mit US-Präsident Obama telefoniert.

Auf die Probe gestellt hatte ihn in diesem Fall nicht etwa das Mullah-Regime in Teheran mit seinem verdächtigen Atomprogramm, sondern Obama. Es sieht derzeit nicht danach aus, dass sich Obama und Netanjahu während dessen Besuch in den USA treffen. Und der US-Präsident lässt sich auch nicht beim Iran auf rote Linien festnageln.

Eine diplomatische Ohrfeige vom engsten Verbündeten. „Eine Kriegsdrohung passt Obama nicht in den Wahlkampf und er will sich wohl auch nicht die Hände binden lassen“, sagte der frühere israelische Botschafter in Washington, Salman Schowal, der Nachrichtenagentur dpa.

Medienbericht: Westerwelle warnt Israel vor Iran-Angriff

Medienbericht

Westerwelle warnt Israel vor Iran-Angriff

Guido Westerwelle warnt: Vorschnelles Handeln könnte zur Gefahr werden.

Netanjahu habe das ganz anders geplant, schrieb die Zeitung „Jediot Achronot“. Wahlkämpfer Obama werde es sich einfach nicht leisten können, einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef aus dem Weg zu gehen, habe die Kalkulation gelautet. Und dabei hätte Netanjahu dann seinen Gastgeber gedrängt, dem Iran eine rote Linie zu ziehen, deren Überschreitung Richtung Atombombe einen US-Angriff sozusagen automatisch auslösen würde.

Das Weiße Haus aber ließ Netanjahu auflaufen. Besser gar kein Treffen, als eine von Misstönen geprägte Begegnung der Politiker, zwischen denen die Chemie noch nie gut war, schrieb „Jediot Achronot“. Beiden würde eine „Eheberatung“ mal ganz gut tun, kommentierte das US-Magazin „Atlantic“. Außerdem wurde der Vorwurf laut, Netanjahu mische sich zugunsten von Obamas Widersacher Mitt Romney in den US-Wahlkampf ein.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.09.2012, 19:03 Uhr

Sich auf die internationale Gemeinschaft zu verlassen ist vergebens
http://heplev.wordpress.com/

Das wissen die Israelis , die Soldaten der ZAHAL , daher schrieben hundert Reserveoffiziere der israelischen Armee
einen offenen Brief an die Regierung, in dem sie deutlich machen, dass sie alle Befehle ausführen werden, auch wenn es um einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen geht.
Der Brief der Offiziere kam als Antwort auf einen Brief von 400 Akademikern, die Piloten der israelischen Luftwaffe aufgefordert hatten, Befehle bezüglich eines Angriffs auf den Iran zu missachten.
Einige Ausschnitte aus dem Brief der Offiziere an Ministerpräsident Netanjahu:
„Wir, 100 IDF-Reserveoffiziere der Luftwaffe, der Marine und der Infanterie, geben hiermit bekannt, dass wir jeden Befehl und jede Mission des Militärs oder der Regierung ausführen werden.
Es ist eigentlich selbstverständlich, dass unsere Teilnahme am Militärdienst ein Ausdruck unseres Vertrauens in das System ist. Es scheint uns jedoch, dass heutzutage sogar das Offensichtliche gesagt werden muss.
Wir haben uns entschlossen, diesen Brief zu schreiben, nachdem eine Initiative Israels Piloten aufgefordert hat, Befehle ihrer Vorgesetzten zu missachten. Weiterhin wollen wir der Regierung und der Bevölkerung deutlich machen, dass die Reservisten der israelischen Armee immer noch eine Stütze der israelischen Nation sind.
Wir stellen uns gegen jeglichen Aufruf, Befehle zu missachten und die Solidarität sowie die soziale und nationale Verantwortung zu untergraben, auf der die israelische Armee und ihre Reserveeinheiten aufgebaut sind.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×