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13.08.2014

10:03 Uhr

Nahost-Konflikt

Palästinenser werfen Israel Bruch der Waffenruhe vor

Licht am Ende des Tunnels? Die Gespräche in Kairo gehen weiter – doch eine Lösung scheint ungewiss. Zumal die Palästinenser Israel bezichtigen, Schüsse auf ein palästinensisches Fischerboot abgegeben zu haben.

Ein Kind spielt in den Trümmern eines Wohnhauses in Gaza-Stadt: Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. ap

Ein Kind spielt in den Trümmern eines Wohnhauses in Gaza-Stadt: Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

Gaza/Tel AvivDie Zeit drängt bei der Suche nach einer Lösung im Gaza-Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern. Die 72-stündige Feuerpause läuft am Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) aus. Die Konfliktparteien hatten ihre Kämpfe in der Nacht zum Montag eingestellt. Bis zum frühen Mittwochmorgen war unklar, ob bei indirekten Gesprächen unter ägyptischer Vermittlung in Kairo ein Kompromiss gefunden werden kann.

Zumal Palästinenser Israel erneut einen Bruch der Waffenruhe vorwerfen. Augenzeugen berichteten, ein Schiff der israelischen Marine habe am Mittwoch Schüsse auf ein palästinensisches Fischerboot abgegeben. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste bei Rafah im südlichen Gazastreifen. Eine israelische Militärsprecherin sagte, ein palästinensisches Motorboot habe versucht, die von der Armee ausgewiesene Zone zu verlassen. Daraufhin seien „Warnschüsse“ in die Luft abgefeuert worden. Bereits am Dienstag hatte ein israelisches Schiff Schüsse an einem Küstenstreifen im Süden des Gazastreifens abgegeben.

Zahlen zum Gaza-Krieg

Dauer

Der israelische Militäreinsatz dauerte bislang 29 Tage.

Opfer

Dem Gesundheitsministerium in Gaza zufolge starben dabei 1867 Palästinenser. Darunter seien 429 Kinder. 9563 Menschen wurden demnach verletzt.

Israelische Opfer

Drei Zivilisten wurden in Israel bei Raketen- oder Mörserangriffen getötet. 640 Israelis wurden laut dem Ambulanzdienst Magen David Adom medizinisch behandelt, davon 469 wegen Schocks.

Zerstörung

485 000 Palästinenser mussten ihre Häuser verlassen, schätzen die Vereinten Nationen. Sie rechnen, dass 10 690 Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden.
270 000 Menschen kamen in UN-Schulen unter.

Versorgungslage

1,5 Millionen Menschen haben nach UN-Angaben keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu Wasser.

Soldaten

Auf israelischer Seite starben nach Militärangaben 64 Soldaten. Einige hundert trugen Verletzungen davon.

Bilanz

Die israelische Armee griff 4800 Ziele im Gazastreifen an. Laut israelischem Militär feuerten militante Palästinenser 3356 Raketen auf Israel ab.
578 wurden von der Raketenabwehr abgefangen. 130 Raketen seien innerhalb des Gazastreifens eingeschlagen.

Zuvor hatte Mussa Abu Marsuk, Chefunterhändler der Hamas in der palästinensischen Delegation, bereits auf seiner Facebook-Seite von „schwierigen Verhandlungen“ berichtet. Die radikal-islamische Hamas lehne eine Verlängerung der dreitägigen Waffenruhe über Mittwoch hinaus ab. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, wird ein neuer Ausbruch der Gewalt befürchtet.

Der palästinensische Delegationschef Asam al-Ahmed sagte der Online-Zeitung „Times of Israel“, es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen. Dennoch sei „die Kluft groß“. Ähnlich zitierte der israelische Rundfunk einen Regierungsvertreter in Jerusalem. Israelische Medien berichteten, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie am Grenzübergang nach Ägypten beteiligt werden.

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