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11.07.2014

10:56 Uhr

Nahost-Konflikt

Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert

Israel wird nun auch aus dem Libanon angegriffen. Zwei Raketen schlugen in der Hafenstadt Aschdo ein. Israel setzt derweil seine Angriffe auf den Gazastreifen fort.

Israelische Feuerwehrmänner löschen ein Fahrzeug, das durch Raketenbeschuss zerstört wurde. AFP

Israelische Feuerwehrmänner löschen ein Fahrzeug, das durch Raketenbeschuss zerstört wurde.

BeirutNach tagelangem Raketenbeschuss aus dem palästinensischen Gazastreifen ist Israel nun auch aus dem Libanon angegriffen worden. Zwei Raketen seien im Norden eingeschlagen, teilte das israelische Militär am Freitag mit. Wer die Raketen abfeuerte, war zunächst unklar. Israel seinerseits setzte die Angriffe auf den Gazastreifen mit Kampfjets und von Schiffen fort. Dabei wurden am frühen Morgen nach palästinensischen Angaben mindestens vier Menschen getötet. US-Präsident Barack Obama bot Israel an, bei Verhandlungen über eine Feuerpause im Konflikt mit den Palästinensern zu vermitteln.

Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden insgesamt fünf Raketen Richtung Israel abgefeuert. Zwei hätten israelisches Gebiet erreicht, eine sei auf libanesischem Gebiet niedergegangenen, zwei weitere seien abgefangen worden. Eine Rakete schlug nach Angaben eines israelischen Militärsprechers nahe dem Kibbuz Kfar Juwal ein. Es habe keine Opfer und keine Sachschäden gegeben. Das israelische Militär reagierte mit Artilleriefeuer auf libanesischem Gebiet niedergegangenen, zwei weitere seien abgefangen worden. Eine Rakete schlug nach Angaben eines israelischen Militärsprechers nahe dem Kibbuz Kfar Juwal ein. Es habe keine Opfer und keine Sachschäden gegeben. Das israelische Militär reagierte mit Artilleriefeuer.

Forderungen der Hamas und Israels für eine Waffenruhe

Härterer Schlagabtausch

Israel und die militanten Palästinenser im Gazastreifen liefern sich einen immer härteren Schlagabtausch. Beide Seiten haben Bedingungen für eine neue Waffenruhe genannt. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, hat fünf Forderungen aufgestellt:

Erste Forderung

Ende der Blockade des Gazastreifens

Zweite Forderung

Ende der israelischen Militäroperationen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen

Vierte Forderung

Israel soll Sabotageversuche des Versöhnungspakts zwischen Hamas und der gemäßigten Fatah stoppen

Dritte Forderung

Israel soll alle Palästinenser freilassen, die vor drei Jahren im Tausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren und dann wieder festgenommen wurden

Fünfte Forderung

Israel soll die Arbeit der neuen palästinensischen Einheitsregierung von Fatah und Hamas nicht stören. Die Palästinenserbehörde soll nicht daran gehindert werden, Gehälter an rund 42.000 Angestellte der Hamas im Gazastreifen auszuzahlen.

Israels Forderung

Israel fordert als Bedingung für ein Ende seiner Angriffe im Gazastreifen einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelische Städte und eine Wiederherstellung der Ruhe.

Der Südlibanon ist eine Hochburg der israel-feindlichen Islamisten-Miliz Hisbollah. In dem Gebiet halten sich auch Palästinenser-Gruppen auf. Im vergangenen Jahr kam es immer wieder zu Schusswechseln über die Grenze. Im Dezember schlugen Raketen aus dem Libanon im Norden Israels ein. Im August bekannte sich eine Al-Kaida-nahe Organisation zu einem Raketenangriff.

Die israelische Armee setzte ihrerseits den vierten Tag in Folge ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Damit sollen die Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem von der Extremistenorganisation Hamas kontrollierten Küstenstreifen gestoppt werden. Palästinensischen Angaben zufolge wurde bei einem Luftangriff auf ein Haus in Gaza ein Arzt getötet. In Rafah seien drei Menschen beim Beschuss ihres dreistöckigen Hauses ums Leben gekommen. Bislang wurden bei den Angriffen rund 80 Menschen getötet, vor allem Zivilisten.

Nach israelischen Angaben haben Extremisten vom Gazastreifen aus seit Dienstag mehr als 470 Geschosse auf Israel abgefeuert. Beim Einschlag einer Rakete in der israelischen Hafenstadt Aschdod wurde Sanitätern zufolge eine Tankstelle getroffen. Es habe einen riesigen Feuerball gegeben, bei dem drei Menschen schwer verletzt worden seien.

US-Präsident Obama äußerte sich in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besorgt, dass die Kämpfe weiter eskalieren könnten. "Die USA sind bereit, eine Einstellung der Feindseligkeiten zu unterstützen", sagte Obama dem Präsidialamt zufolge. Die israelische Regierung hat eine Bodenoffensive im Gazastreifen nicht ausgeschlossen und die Vorbereitungen dafür zuletzt vorangetrieben.

Von

rtr

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