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17.08.2014

15:42 Uhr

Nahost-Konflikt

Verhandlungen über Waffenruhe fortgesetzt

Montag läuft der Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern aus. Zwar haben Vertreter beider Seiten die Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe wieder aufgenommen. Eine Einigung ist aber nicht in Sicht.

In Tel Aviv fand am Samstag eine Großdemonstration für umfassende Friedensverhandlungen Israels mit den Palästinensern statt. AFP

In Tel Aviv fand am Samstag eine Großdemonstration für umfassende Friedensverhandlungen Israels mit den Palästinensern statt.

KairoVertreter Israels und der Palästinenser haben am Sonntag ihre Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen wieder aufgenommen. Die indirekten Gespräche hätten begonnen, sagte ein Palästinenservertreter in Kairo. Ein Einigungsvorschlag der ägyptischen Vermittler fand am Wochenende nur bei Palästinenserpräsident Mahmud Abbas klare Zustimmung. Israel und die bewaffneten Palästinensergruppen im Gazastreifen erhoben dagegen Einwände.

Zuletzt hatten sich Israel und die Palästinenser am Mittwochabend auf eine Verlängerung der Feuerpause um fünf Tage geeinigt, die nun in der Nacht zum Dienstag ausläuft. Danach waren alle Unterhändler zu Konsultationen mit ihren Führungen aus Kairo abgereist. Während die israelische Delegation, die Abgeordneten der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah und Vertreter der politischen Hamasführung aus ihrem Exil in Katar am Sonntagvormittag in der ägyptischen Hauptstadt eintrafen, wurden die vier Delegierten aus Gaza erst am Abend zurückerwartet.

Die Hürden für einen dauerhaften Waffenstillstand sind hoch: Die Hamas verlangt, dass Israel und Ägypten die Blockade des Küstenstreifens aufheben, wo etwa 1,8 Millionen Menschen leben. Beide Länder lehnen dies aus Sicherheitsbedenken ab.

In einem Entwurf für ein dauerhaftes Waffenstillstandsabkommen, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, schlugen die ägyptischen Vermittler zuletzt vor, sich zunächst auf eine Lockerung der Restriktionen im Güter- und Personenverkehr zu einigen. Dazu gehört auch eine Ausweitung der Fischereizone und die Reduzierung der Pufferzone entlang der Grenzen.

Chronik des Gaza-Konflikts (11.8.)

Erste Woche

8./9. Juli 2014: Nach massivem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen fliegen israelische Kampfflugzeuge Dutzende Angriffe.

10./11. Juli: Militante Palästinensergruppen nehmen erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier.

15. Juli: Israel akzeptiert eine von Ägypten vorgeschlagene Feuerpause. Die Hamas lehnt ab.

Zweite Woche

17. Juli: Nach einer mehrstündigen Waffenruhe beginnt Israel eine Bodenoffensive, um die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen und deren Tunnel im Grenzgebiet zu zerstören.

21. Juli: Um zu vermitteln, treffen US-Außenminister John Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in Kairo ein.

23. Juli: Viele Fluggesellschaften stellen Flüge zum Ben-Gurion-Flughafen wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein.

Dritte Woche

26./27. Juli: Eine zwölfstündige Waffenruhe tritt in Kraft. Eine Verlängerung lehnt die Hamas ab, die Angriffe gehen weiter.

30. Juli: Nach dem Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen mit 20 Toten hagelt es Kritik an Israel.

31. Juli: Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay wirft Israel und der Hamas die Verletzung des humanitären Völkerrechts vor.

1. August: Eine Waffenruhe hält nur wenige Stunden. Israel beschuldigt die Hamas, einen Soldaten verschleppt zu haben. Für die Suche nach ihm weitet Israel seine Offensive aus.

3. August: Die Armee erklärt den gesuchten Soldaten für tot. Er sei bei Kämpfen ums Leben gekommen. Beim Beschuss einer Uno-Schule sterben nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen. Israel beginnt mit dem Abzug seiner Bodentruppen aus dem Gazastreifen.

Vierte Woche

4. August: Ein Anschlag in Jerusalem überschattet eine von Israel erklärte Feuerpause: Ein palästinensischer Baggerfahrer rammt einen Bus. Ein Passant stirbt, der Attentäter wird erschossen.

5. August: Mit Beginn einer dreitägigen Waffenruhe zieht Israel alle Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab. Israelis und Palästinenser beginnen in Kairo Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe.

8. August: Nach Ablauf der Waffenruhe feuern militante Palästinenser wieder Raketen Richtung Israel, das mit Luftangriffen reagiert.

10. August: Eine weitere dreitägige Feuerpause tritt in Kraft.

Die von Abbas geleitete Autonomiebehörde soll bei der Umsetzung die zentrale Rolle spielen. Die Diskussion über den Bau eines Handelshafens, über die Freilassung von Gefangenen und über eine Abrüstung im Gazastreifen solle dagegen um einen Monat vertagt werden.

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