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25.08.2014

15:05 Uhr

Nahost-Konflikt

Vermittler Ägypten arbeitet an Waffenruhe für Gaza

Die Raketen fliegen unvermindert weiter, ein Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ist auch zum Beginn der neuen Woche nicht in Sicht. Immerhin scheint ein neuer Waffenstillstand möglich.

Ein Bild der Zerstörung in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens: Die Luftangriffe des israelischen Militärs gehen weiter. AFP

Ein Bild der Zerstörung in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens: Die Luftangriffe des israelischen Militärs gehen weiter.

Tel Aviv/Gaza/KairoTrotz Berichten über eine mögliche neue Waffenruhe dauern die gegenseitigen Angriffe Israels und der im Gazastreifen herrschende Hamas an. Die Zahl der Toten steigt weiter – und die der Israelis im Grenzgebiet zu dem Küstenstreifen, denen das Risiko zu hoch wird und deshalb ihre Häuser verlassen. Nach Schätzungen einer Sprecherin der israelischen Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen sind 70 bis 80 Prozent der Einwohner der nächstgelegenen Siedlungen geflohen. Nach palästinensischen Angaben wurden bei israelischen Angriffen bis zum Nachmittag sieben Menschen getötet. Militante Palästinenser feuerten nach israelischen Angaben mindestens 60 Raketen nach Israel, die keinen Schaden angerichtet hätten.

Auch im Großraum Tel Aviv heulten am Montagmorgen zweimal die Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Nach Angaben der Armee handelte es sich aber um einen Fehlalarm. Am Sonntagabend zerstörte die Luftwaffe nach Armeeangaben eine Abschussrampe, von der aus eine Rakete auf Jerusalem abgefeuert worden sei.

Israelische Medien berichteten über eine mögliche neue Waffenruhe mit den militanten Palästinensergruppen. Dafür gab es jedoch keine offizielle Bestätigung. Die israelische Nachrichtenseite „Walla“ berichtete am Montag unter Berufung auf Sicherheitskreise, Kairo könnte noch am Abend eine mindestens einmonatige Feuerpause ausrufen. Ägypten vermittelt in dem Konflikt.

Raketen verschiedener Reichweite im Gazastreifen

Insgesamt 10.000 Raketen

Militante Palästinenser im Gazastreifen sind nach Informationen der israelischen Armee im Besitz von etwa 10.000 Raketen mit verschiedenen Reichweiten. Die Geschosse lagerten in unterirdischen Tunneln oder seien in Wohngebäuden, Schulen und Kindergärten untergebracht. Damit sollen Angriffe erschwert und verhindert werden. Eines der Ziele der israelischen Bodenoffensive ist es, unterirdische Raketenabschussrampen in dem Palästinensergebiet zu zerstören.

Iranische Fadschr-Raketen

Bei dem Hamas-Arsenal handelt sich den Informationen zufolge vor allem um iranische Fadschr-Raketen, die eine Reichweite von etwa 80 Kilometern hätten.

Mittelschtreckenraketen

Weitere Raketen können aber auch den Norden Israels erreichen: Nach Militärinformationen befinden sich im Gazastreifen auch mehrere hundert Mittelstreckenraketen vom Typ M-302. Diese würden in Syrien gefertigt und flögen bis zu 160 Kilometer weit.

Schmuggel im Auftrag des Irans

Im Auftrag des Irans würden die Raketen in den Gazastreifen verschifft oder über den Sinai geschmuggelt. Erst im März hatten israelische Einheiten vor Sudan ein Schiff gestoppt, das offenbar Raketen vom Typ M-302 geladen hatte.

Raketenangriff in Tel Aviv

Nach eigenen Angaben hat die Hamas seit Beginn des Schlagabtauschs mit Israel den Großraum Tel Aviv täglich mit Raketen des Typs M-75 angegriffen.

In einem ersten Schritt könnte Ägypten dem Bericht zufolge den Rafah-Grenzübergang zum Gazastreifen für den Personenverkehr öffnen. Im Gegenzug für einen Stopp der Angriffe aus dem Gazastreifen mit Raketen und Mörsergranaten würde Israel dann schrittweise die Fischereizone vor der Küste von Gaza ausweiten und den Warenübergang Kerem Schalom öffnen, hieß es.

Wie Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sagte, waren am Montag neue Bemühungen im Gang, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen. Die Kämpfe haben nach dem Ende einer sechstägigen Waffenruhe in der vergangenen Woche wieder an Intensität zugenommen.
Palästinensische Unterhändler halten sich noch in Kairo auf. Israel ist erst nach einer Waffenruhe zu neuen Verhandlungen über die Zukunft des Gazastreifens bereit. Auch Ägypten fordert, vor neuen Gesprächen müssten die Waffen schweigen.

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