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13.08.2014

22:17 Uhr

Nahost-Konflikt

Waffenruhe im Gaza steht erneut vor Scheitern

Mindestens eine Rakete feuerten militante Palästinensern kurz vor dem Ende der Waffenruhe auf Israel ab. Hamas bestreitet, für den Vorfall verantwortlich zu sein. Eine langfristige Waffenruhe im Gaza droht zu scheitern.

Ein israelischer Soldat in der Nähe der Grenze zu Gaza: Die aktuelle Waffenruhe sollte noch zwei Stunden anhalten. dpa

Ein israelischer Soldat in der Nähe der Grenze zu Gaza: Die aktuelle Waffenruhe sollte noch zwei Stunden anhalten.

JerusalemDie Waffenruhe im Gazastreifen droht erneut zu scheitern: Kurz vor Ablauf der dreitägigen Kampfpause feuerten militante Palästinenser am Mittwochabend von dem Küstengebiet eine Rakete auf Israel, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die palästinensische Hamas-Bewegung bestritt, verantwortlich zu sein. Kurz zuvor hatte ein israelischer Regierungsvertreter gesagt, Israel sei zur Verlängerung der Waffenruhe bereit, indes die Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bis zum Abend keine Einigung brachten.

Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sagte kurz nach dem Raketenangriff, seine Bewegung sei nicht verantwortlich für den Beschuss. Es war der erste palästinensische Angriff seit Inkrafttreten der aktuellen dreitägigen Feuerpause in der Nacht zu Montag. Bei ihren Verhandlungen in Kairo gelang es Israelis und Palästinensern bis zum Abend nicht, sich auf einen dauerhaften Waffenstillstand zu einigen. Die Palästinenser äußerten sich nicht, ob sie ebenfalls einer Verlängerung der Kampfpause zustimmen.

Zahlen zum Gaza-Krieg

Dauer

Der israelische Militäreinsatz dauerte bislang 29 Tage.

Opfer

Dem Gesundheitsministerium in Gaza zufolge starben dabei 1867 Palästinenser. Darunter seien 429 Kinder. 9563 Menschen wurden demnach verletzt.

Israelische Opfer

Drei Zivilisten wurden in Israel bei Raketen- oder Mörserangriffen getötet. 640 Israelis wurden laut dem Ambulanzdienst Magen David Adom medizinisch behandelt, davon 469 wegen Schocks.

Zerstörung

485 000 Palästinenser mussten ihre Häuser verlassen, schätzen die Vereinten Nationen. Sie rechnen, dass 10 690 Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden.
270 000 Menschen kamen in UN-Schulen unter.

Versorgungslage

1,5 Millionen Menschen haben nach UN-Angaben keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu Wasser.

Soldaten

Auf israelischer Seite starben nach Militärangaben 64 Soldaten. Einige hundert trugen Verletzungen davon.

Bilanz

Die israelische Armee griff 4800 Ziele im Gazastreifen an. Laut israelischem Militär feuerten militante Palästinenser 3356 Raketen auf Israel ab.
578 wurden von der Raketenabwehr abgefangen. 130 Raketen seien innerhalb des Gazastreifens eingeschlagen.

Zuletzt bestand weiterhin keine Einigkeit über zwei Hauptfragen der Verhandlungen: die Entwaffnung der Hamas-Bewegung einerseits und die Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens andererseits. Die ägyptischen Vermittler schlugen zuletzt vor, zunächst einen längerfristigen Waffenstillstand zu vereinbaren, die Diskussion über die Aufhebung der Blockade sowie die Auslieferung zweier getöteter Israelis aber zu vertagen. Dies ging aus einem Papier hervor, das der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag.

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