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20.04.2014

13:19 Uhr

Nahost-Konflikt

Zwischenfälle stören Osterfeiern in Jerusalem

In Jerusalem können Christen das Osterfest am Originalschauplatz feiern, ganz nah an den Ursprüngen ihres Glaubens. Doch inmitten friedlicher Besinnlichkeit bricht sich der Nahost-Konflikt immer wieder Bahn.

Fuad Twal bei der Ostermesse in der Grabeskirche. AFP

Fuad Twal bei der Ostermesse in der Grabeskirche.

JerusalemGewaltsame Zwischenfälle haben die Osterfeierlichkeiten in Jerusalem überschattet. Auf dem Tempelberg in der Altstadt kam es am Sonntag zu Konfrontationen zwischen der israelischen Polizei und muslimischen Gläubigen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt und 16 palästinensische Steinewerfer festgenommen, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte.

In der nahe gelegenen Grabeskirche zelebrierte der lateinische Patriarch Fuad Twal am Vormittag die Messe. In der Osternacht war es in der Altstadt zu Handgemengen zwischen palästinensischen Christen und israelischen Polizeikräften gekommen. Der dabei anwesende UN-Koordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry, kritisierte das Verhalten der Polizei. Sie habe den Gläubigen den Zugang zur Grabeskirche verweigert.

Israels Offensiven im Gazastreifen

23. Juli 2002

Bei einem israelischen Raketenangriff werden in Gaza der militante Palästinenserführer Scheich Salah Schehada und 14 weitere Menschen getötet, darunter neun Kinder. Nach israelischen Angaben war er Drahtzieher mehrerer Terroranschläge.

6. März 2003

Mit einem Panzervorstoß gegen das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen reagiert Israel auf einen Terroranschlag in Haifa.

28. August 2003

Israelische Kampfhubschrauber feuern in Chan Junis im südlichen Gazastreifen Raketen ab. Dabei wird Hamdi Kadach getötet, der für den Mörserbeschuss israelischer Siedlungen verantwortlich gewesen sein soll.

20. Oktober 2003

Bei israelischen Luftangriffen werden mindestens 13 Palästinenser getötet. Einer der Getöteten, Chaled Masri, wird als ein führender Waffenbeschaffer der Hamas bezeichnet.

22. März 2004

Scheich Ahmed Jassin, Gründer und geistlicher Führer der Hamas, wird in Gaza von einer israelischen Rakete getötet.

17. April 2004

Jassins Nachfolger Abdel Asis Rantisi stirbt in Gaza bei einem israelische Luftangriff.

21. Oktober 2004

Adnan el Rul, ranghoher Führer des bewaffneten Arms der Hamas, wird bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Auto in Gaza getötet.

28. Juni 2006

Die israelische Armee rückt zur Befreiung des am 25. Juni verschleppten Soldaten Gilad Schalit mit Bodentruppen in den Gazastreifen ein.

1. November 2006

Die Armee tötet bei Kämpfen von Bodentruppen in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen mindestens 34 Palästinenser.

5. Juli 2007

Israels Armee stößt mit Panzern auf Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen vor, mindestens elf Palästinenser sterben.

1. März 2008

Israel startet die Operation „Heißer Winter“. Bei den Kämpfen mit Bodentruppen sterben über 100 Menschen.

27. Dezember 2008

Israel beginnt mit Luftangriffen auf Hamas- Einrichtungen im Gazastreifen, wenige Tage später beginnt die Bodenoffensive „Gegossenes Blei“. Bis am 18. Januar eine Waffenruhe in Kraft tritt sterben nach palästinensischen Quellen mindestens 1310 Palästinenser, die Israelis melden 13 Tote.

9. April 2011

Drei Hamas-Kommandeure werden in Rafah bei einem israelischen Angriff von Raketen eines Kampfflugzeugs getötet.

9. März 2012

Das israelische Militär tötet bei zwei Luftangriffen im Gazastreifen insgesamt fünf Palästinenser, darunter den Kommandeur der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee, Zuher al Kesi.

Die Beamten hätten einer Prozession der Palästinenser an einem Kontrollpunkt in der Altstadt den Durchgang verwehrt, teilte Serry mit. Er sei mit anderen Diplomaten von den Palästinensern eingeladen gewesen, an der Zeremonie des „Heiligen Feuers“ in der Grabeskirche teilzunehmen. Die wütende Menschenmenge habe sich schließlich durchgedrängelt.

Es sei bestürzend, dass eine friedliche Prozession zu Ostern in der Altstadt durch das unannehmbare Verhalten der israelischen Sicherheitskräfte gestört wurde, hieß es in einer Erklärung Serrys weiter: „Erneut rufe ich alle Beteiligten auf, das Recht auf freie Religionsausübung und den freien Zugang für Gläubige aller Konfessionen zu den heiligen Stätten zu respektieren und dabei auf Provokationen besonders an religiösen Feiertagen zu verzichten.“

Das israelische Außenministerium wies den Vorwurf zurück. Zehntausende Menschen seien dank des Einsatzes der Polizei friedlich durch die engen Gassen der Altstadt geleitet worden. Serrys Stellungnahme sei im besten Fall Ausdruck „mangelnden Urteilsvermögens“.

Von

dpa

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