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22.04.2011

16:59 Uhr

Nahost-Konflikte

Mehrere Tote bei neuen Massenprotesten

Bei Protesten nach dem Freitagsgebet ist es in Syrien erneut zu Massendemonstrationen gekommen, die offenbar bis zu 15 Tote gefordert haben. Auch im Jemen gingen die Menschen erneut gegen Präsident Salih auf die Straße.

Amateuraufnahme der Proteste in der Stadt Jasim Quelle: Reuters

Amateuraufnahme der Proteste in der Stadt Jasim

Damaskus/Sanaa/KairoDie Machthaber versuchen es mit halbherzigen Reformen, doch die Wut der Straße bleibt: In Syrien haben auch nach Aufhebung des jahrzehntelangen Ausnahmezustands wieder zehntausende Menschen gegen das Regime protestiert. Bei den Demonstrationen gegen Präsident Baschar al-Assad töteten syrische Sicherheitskräfte am Freitag in den Vorstädten von Damaskus und in Homs mindestens vier Demonstranten. Auch im Jemen versammelten sich wieder Zehntausende im Protest gegen den Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih.

Einer der in der syrischen Stadt Homs Getöteten war ein 17-Jähriger, berichtete die Opposition auf ihren Webseiten. Auch in anderen Städten des Landes gingen nach dem Mittagsgebet erneut zehntausende Menschen auf die Straße, um Demokratie und einen Regimewechsel zu fordern. Laut AP-Informationen sind bei den Protesten in der südlichen Stadt Daraa offenbar zehn Demonstranten getötet worden. Aktivisten berichten zudem von mehr als 50 durch Schüsse verletzten Protestlern.

In der syrischen Hauptstadt Damaskus setzten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen die Kundgebungsteilnehmer ein, sagten Augenzeugen. Assad hatte am Tag zuvor den seit 1963 geltenden Ausnahmezustand aufgehoben. Die Demonstranten verlangten am Freitag die Freilassung tausender politischer Gefangener, die bislang nicht von den halbherzigen Reformen des Präsidenten profitieren konnten.

Wie schon in den vergangenen Wochen trotzten die Demonstranten den Drohungen und Einschüchterungsversuchen des Regimes. Zwar setzte Assad am Donnerstag auch ein neues Versammlungsgesetz in Kraft, welches Demonstrationen legal macht, wenn sie vom Innenministerium genehmigt sind. Doch hatte das Gewalt-Ressort den Bürgern schon vor drei Tagen eingeschärft, sich von Demonstrationen fernzuhalten. Die Kundgebungen am Freitag konnten allein schon wegen der vorgeschriebenen Einreichungsfristen keine Genehmigungen erhalten.

Kommentare (1)

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22.04.2011, 19:20 Uhr

Was lernen wir daraus?

Ein Volk wendet sich erst dann gegen das herrschende System, wenn das Maß der inneren und äußeren Nöte für eine hohe Zahl der Angehörigen dieser Gruppe ungefähr gleichartig, gleichermaßen schwerwiegend und mit einer hohen Ausweglosigkeit verbunden ist. Auf uns bezogen: Merkel, alle anderen Volksfeinde und die EURO-Diktatoren können noch lange weitermachen...

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