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22.10.2011

09:00 Uhr

Nahost

Obama erklärt Irakkrieg für beendet

„Amerikas Krieg im Irak ist vorbei“. Mit diesen klaren Worten zieht Präsident Obama einen Schlussstrich unter den Irakkrieg. Doch ob der Irak wirklich dauerhaft ohne US-Soldaten auskommt, ist fraglich.

Barack Obama verkündet das Ende des Irakkriegs. dapd

Barack Obama verkündet das Ende des Irakkriegs.

WashingtonDie USA haben den Irak-Krieg offiziell für beendet erklärt. Bis zum Jahresende würden die amerikanischen Truppen das Land vollständig verlassen, sagte Präsident Barack Obama am Freitag in Washington. Fast neun Jahre nach der Invasion beginne nun eine „gleichwertige Partnerschaft“ zwischen zwei souveränen Nationen. „Die Iraker haben die volle Verantwortung für ihr Land übernommen“, sagte Obama. Der Schritt erfolge im vollen Einverständnis mit der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki.

Damit sind Pläne vom Tisch, von 2012 an mehrere Tausend US-Militärangehörige etwa als Trainer für irakische Sicherheitskräfte in dem Land zu belassen. Darüber hatte es nach Medienberichten bis zuletzt Verhandlungen zwischen beiden Ländern gegeben. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Iraker allein noch nicht in der Lage sein könnten, bewaffneten Gruppen und Terroristen die Stirn zu bieten. Regelmäßig erschüttern immer wieder Terroranschläge das Zweistromland.

Aus US-Regierungskreisen verlautete, Bagdad habe sich geweigert, den amerikanischen Soldaten auch nach 2011 Immunität zu gewähren. Daran seien die Gespräche schließlich gescheitert. Statt der Soldaten sollen nun jedoch mehr als 4000 Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma im Irak eingesetzt werden. Obama kündigte an, das Land auch künftig weiter unterstützen zu wollen, um seine Stabilität sicherzustellen. Es lägen aber „schwierige Tage“ vor dem Irak.

Der Senator John McCain nannte die Entscheidung am Freitag einen „verhängnisvollen und traurigen Rückschlag“ sowie eine „strategischen Sieg“ für die Feinde der USA, insbesondere den Iran. Ihm sei von US-Offizieren im Irak versichert worden, dass eine Militärpräsenz auch nach 2011 notwendig sein werde.

Der republikanische Senator Lindsey Graham sagte, er fürchte der Truppenabzug werde zu einer Situation führen, „die unser Land noch heimsuchen wird“. Mitt Romney, einer der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidat 2012, kritisierte eine „verblüffende Niederlage“, welche die seit dem Einmarsch 2003 im Irak „um den Preis des Blutes und des Opfers tausender Amerikaner errungenen Siege“ gefährde.

Kommentare (8)

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21.10.2011, 19:48 Uhr

Ohne US Luegen waeren sie nie dort gewesen und haetten nie dort tausendfache Morde begangen. Obama hat sich lange Zeit gelassen - stehen etwa Wahlen an?

Account gelöscht!

21.10.2011, 20:03 Uhr

Bush, der Kriegstreiber hat mit seiner zionistischen Bande diesen Angriffskrieg durchgeführt, unter dem Vorwand von Massenvernichtungswaffen.

Die traumatisierten und toten Soldaten sind ihm mit Sicherheit dankbar!

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21.10.2011, 20:09 Uhr

Die Politik von Bush sollte wirklich mal von einem Gericht hinterfragt werden. Weder er noch der Herrscher der grossen Sprueche Obama zeigen daran Interesse.

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