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03.11.2014

20:29 Uhr

Nahostkonflikt

Israel macht Grenzen zu Gaza dicht

Gefängnis Gaza: Nach Wochen des Konflikts mit Israel hatten die Palästinenser im Gazastreifen wieder Hoffnung geschöpft. Doch nach einem Mörserangriff sind alle Grenzübergänge hermetisch abgeriegelt.

Bald unmöglich: Ein palästinensischer Arbeiter öffnet ein Tor am Erez-Checkpoint an der Grenze zum Gazastreifen. dpa

Bald unmöglich: Ein palästinensischer Arbeiter öffnet ein Tor am Erez-Checkpoint an der Grenze zum Gazastreifen.

Gaza-StadtNabegh El Shorafa sitzt auf gepackten Koffern im Gazastreifen. Der 46-jährige Berliner wollte seine Familie besuchen, nachsehen, ob nach dem Krieg mit Israel im Sommer alles in Ordnung sei. Mit seinen zwei Söhnen reiste er Mitte Oktober nach Gaza, am 29. Oktober sollte es zurückgehen. Doch wann sie nach Deutschland heimkehren können, steht in den Sternen. Denn Israel hat nach einem Raketenangriff alle Grenzübergänge geschlossen; auch die Grenze zu Ägypten ist dicht. Gaza ist von der Außenwelt abgeschlossen. „Wir kommen nicht raus“, sagt El Shorafa der Nachrichtenagentur dpa

„Ich fühle mich machtlos“, sagt der Bankangestellte. „Ich habe überhaupt keine Möglichkeiten.“ Wie ihm geht es Tausenden, die ebenfalls von der Schließung der Grenzübergänge überrascht wurden. Unter ihnen sind Studenten und Ausländer. Sie alle sitzen nun in dem nur 360 Quadratkilometer großen Streifen Land mit 1,8 Millionen Einwohnern fest.

Es gibt nur drei Grenzübergänge in Gaza. Zwei sind an der Grenze zu Israel, Kerem Schalom für Waren und Eres für Personen. Dazu kommt Rafah an der ägyptischen Grenze. Über diesen Übergang reiste El Shorafa ein, doch Rafah wurde Ende Oktober von Ägypten nach einem Terroranschlag auf dem Sinai ebenfalls geschlossen.

Ja, er wisse, dass es eine Reisewarnung für Gaza gebe, sagt El Shorafa. „Aber dann würde ich meine Familie überhaupt nicht mehr sehen.“ Seine Eltern sowie drei Brüder und eine Schwester leben in dem Landstreifen am Mittelmeer. Er selbst ist seit seinem 17. Lebensjahr in Deutschland.

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„Ich habe keine Ahnung, wann wir ausreisen können“, seufzt er. „Diese Ungewissheit macht mich fertig.“ Sein Chef in Berlin sei sehr verständnisvoll gewesen. „Er hat gesagt: „Mach Dir keine Sorgen“, aber natürlich tue ich das.“

Sein jüngerer Sohn finde den unfreiwilligen Aufenthalt toll, erzählt El Shorafa. Der 13-Jährige freue sich, dass für ihn die Schule ausfalle. „Aber der Älteste muss sich auf das Abitur vorbereiten. Das ist wichtig, er darf nichts verpassen.“

Kommentare (2)

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Herr Hermann Paul

04.11.2014, 07:22 Uhr

Ich frage mich, ob dieser Vater irgendein Verantwortungsbewusstsein hat , wenn er mit Kindern in ein Kriegsgebiet reist, für dem es eine Reisewarnung gibt .
Ist die Familiäre Bindung wirklich wichtiger als die Zukunft der Kinder ?
Wir sollten dem keine weitere Beachtung schenken , ein Versicherer würde sagen , bei grober Fahrlässigkeit zahlen wir nicht.

Herr Hermann Paul

04.11.2014, 08:24 Uhr

Israel hat die Grenzübergänge geschlossen weil es Angriffe auf das Territorium Israels gab , das ist vollkommen richtig und nachvollziehbar .Warum allerdings Ägypten seinen Übergang geschlossen hat , sollte man dann mal die Ägypter fragen , über diesen Übergang soll er ja eingereist sein .
Israel verhält sich meiner Meinung nach noch viel zu leichtsinnig , Baumaterial über Israel nach Gaza zu bringen ist äußert riskant , dieses, und jeglichen Personenverkehr sollte Israel auf dauer einstellen , immerhin hat die Hamas auch weiterhin zum ziel Israel zu vernichten , warum sollte man das auch noch unterstützen ?

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