Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.07.2014

23:42 Uhr

Nahostkonflikt

Israel ordnet Evakuierung des Gazastreifens an

Gewalt und Gegengewalt im Nahen Osten: Mindestens 15 Menschen sterben bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen. Auf der Gegenseite feuern Hamas-Kämpfer auch am Samstagabend Raketen auf Ziele in Israel ab.

Rauch über Gaza nach einem israelischen Luftangriff. Eine Waffenruhe scheint nicht in Sicht. AFP

Rauch über Gaza nach einem israelischen Luftangriff. Eine Waffenruhe scheint nicht in Sicht.

Gaza/Tel Aviv Die israelischen Streitkräfte haben einen schweren Militärschlag gegen militante Palästinenser im nördlichen Gazastreifen angekündigt. Der Angriff werde in den nächsten 24 Stunden erfolgen, sagte Chef-Militärsprecher Motti Almos am Samstag.

Die Streitkräfte wiesen die Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens an, ihre Häuser zu verlassen. Die Evakuierung sollte zu „ihrer eigenen Sicherheit“ erfolgen“, hieß es in einer Erklärung vom Samstagabend. Entsprechende Botschaften, das Gebiet zu verlassen, würden über Nacht zugestellt.

Bei einem israelischen Luftangriff nahe einer Moschee am Samstagabend wurden nach palästinensischen Angaben 15 Menschen getötet. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Aschraf al-Kidra, sagte, der Angriff habe einem Ziel nahe der Moschee gegolten und sei erfolgt, als die Gläubigen ihr Abendgebet beendet hätten. Es war der bisher tödlichste israelische Angriff seit Beginn der Offensive vor fünf Tagen. Nach Angaben der Hamas wurde dabei auch ein großer Teil der Familie des Polizeichefs von Gaza ausgelöscht.

Forderungen der Hamas und Israels für eine Waffenruhe

Härterer Schlagabtausch

Israel und die militanten Palästinenser im Gazastreifen liefern sich einen immer härteren Schlagabtausch. Beide Seiten haben Bedingungen für eine neue Waffenruhe genannt. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, hat fünf Forderungen aufgestellt:

Erste Forderung

Ende der Blockade des Gazastreifens

Zweite Forderung

Ende der israelischen Militäroperationen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen

Vierte Forderung

Israel soll Sabotageversuche des Versöhnungspakts zwischen Hamas und der gemäßigten Fatah stoppen

Dritte Forderung

Israel soll alle Palästinenser freilassen, die vor drei Jahren im Tausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren und dann wieder festgenommen wurden

Fünfte Forderung

Israel soll die Arbeit der neuen palästinensischen Einheitsregierung von Fatah und Hamas nicht stören. Die Palästinenserbehörde soll nicht daran gehindert werden, Gehälter an rund 42.000 Angestellte der Hamas im Gazastreifen auszuzahlen.

Israels Forderung

Israel fordert als Bedingung für ein Ende seiner Angriffe im Gazastreifen einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelische Städte und eine Wiederherstellung der Ruhe.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten auf Raketenbeschuss aus dem Libanon mit Artilleriefeuer geantwortet. Die zwei auf Israel abgefeuerten Raketen hätten keinen Schaden angerichtet.

Seit dem Start der Angriffe auf die islamistische Hamas hat die israelische Armee seit Dienstag mehr als 1220 Ziele in der Mittelmeer-Enklave bombardiert. Dies ergibt sich aus einer vom Militär veröffentlichten Zählung. Danach gingen mehr als 542 Rakten der Hamas auf israelischem Gebiet nieder, überdies wurden rund 139 von der Raketenabwehr abgefangen. 151 Menschen wurden getötet und mehr als tausend verletzt. Israel reagiert mit der Offensive auf den massiven Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×