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11.01.2009

11:55 Uhr

Nahostkonflikt

Israel will Angriffe auf Gaza fortsetzen

Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat seine Landsleute auf eine Fortsetzung der Militäroffensive im Gazastreifen eingestimmt. Zugleich machte Olmert am Sonntag zum Auftakt der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem deutlich, dass sich Israel dem gesetzten Ziel nähere.

Die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen gehen weiter. Foto: ap Quelle: ap

Die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen gehen weiter. Foto: ap

HB JERUSALEM/TEL AVIV. Olmert rief die Israelis zu Geduld und Entschlossenheit auf. Man dürfe in der letzten Minute nicht das verlieren, was zuvor in einer beispiellosen Anstrengung des ganzen Landes erreicht worden sei, sagte er.

Nach den Worten von Verteidigungsminister Ehud Barak setzt Israel seine Militäroperation fort, auch wenn die diplomatischen Optionen geprüft würden. Der stellvertretende Verteidigungsminister Matan Vilnai hatte zuvor dem israelischen Rundfunk gesagt, dass Israel nahe vor einer Waffenruhe im Gazastreifen stehe. Die Entscheidung des UN - Sicherheitsrates lasse Israel nicht viel Spielraum.

Israel hat am 27. Dezember eine Militäroffensive im Gazastreifen begonnen, um nach eigenen Angaben den Raketenbeschuss durch militante Palästinenser soweit wie möglich zu reduzieren.

Am Sonntag sind israelische Bodentruppen weiter in die Stadt Gaza vorgedrungen. Nach Augenzeugenberichten rollten israelische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge etwa einen Kilometer tief in den Süden der Stadt vor. In dem Scheich Adschlin-Viertel in Küstennähe sei es zu heftigen Kämpfen mit militanten Palästinensern gekommen, hieß es.

Zuvor waren bei israelischen Angriffen an verschiedenen Orten im Gazastreifen insgesamt 12 Palästinenser getötet worden, darunter 6 bei einem Luftangriff in Bet Lahia. Am Samstag wurden nach palästinensischen Krankenhausangaben mehr als 30 Menschen getötet. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Toten seit dem 27. Dezember nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza auf mehr als 850, mehr als 3 500 Menschen seien verletzt worden.

Mit Gesprächen über das zunehmende Elend der Bevölkerung im Gaza-Konflikt hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier den letzten Tag seiner Nahostreise begonnen. Er traf am Sonntag in Jerusalem den Missionschef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Pierre Wettach. Ziel der Reise war es, die Grundlagen für einen möglichst raschen Waffenstillstand zu legen.

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