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10.03.2012

14:20 Uhr

Nahostkonflikt

Israelis und Palästinenser liefern sich blutigen Schlagabtausch

Nach der Tötung eines Palästinenserführers durch die israelische Luftwaffe im Gazastreifen haben sich beide Seiten mit Raketen beschossen. Offiziellen Angaben zufolge starben zwölf Menschen, Dutzende wurden verletzt.

Mehrere Tote nach israelischem Luftangriff

Video: Mehrere Tote nach israelischem Luftangriff

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Gaza, Tel AvivDie gezielte Tötung eines palästinensischen Extremistenführers hat einen blutigen Schlagabtausch zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen ausgelöst. Zwölf Aufständische kamen ums Leben, wie die
palästinensischen Gesundheitsbehörden am Samstag erklärten. Unter den Opfern war nach Angaben aus Jerusalem Suhair al Kaissi, der hinter der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Schalit im Jahr 2006 gestanden haben soll. Als Reaktion feuerten Palästinenser mehr als 50 Raketen auf israelisches Gebiet ab.

Al Kaissi war die ranghöchste Zielperson seit Monaten, die einem israelischen Angriff im Gazastreifen zum Opfer fiel. Palästinensische Augenzeugen berichteten, sie hätten israelische Drohnen fliegen sehen, unmittelbar bevor dessen Auto in Flammen aufgegangen sei. Bei dem Angriff am Mittag wurden neben Al Kaissi zwei weitere Menschen getötet, darunter auch sein Schwiegersohn Mahmud Hanini. Al Kaissi und Hanini gehörten beide dem bewaffneten Arm des Widerstandskomitees des Volks (PRC) an, eine mit der Hamas verbundene Extremistengruppe.

Als Reaktion auf die offenbar gezielte Tötung der Kommandeure feuerten mehrere Palästinensergruppen Raketen ab, die zum Teil weit hinter der Grenze einschlugen. Eines davon verletzte einen israelischen Zivilisten schwer. Die Bewohner des betroffenen Gebiets flüchteten in die Schutzräume.

Angriff auf Israel soll geplant gewesen sein

Die israelischen Streitkräfte flogen weitere Luftangriffe und töteten nach eigenen Angaben zwei Extremisten, die gerade dabei gewesen seien, Geschosse vorzubereiten. Die Mehrheit der zwölf Todesopfer gehörte der extremistischen Gruppe Islamischer Dschihad an.

Die Streitkräfte erklärten, Al Kaissi habe einen Angriff auf Israel ähnlich dem im August geplant, bei dem von der ägyptischen Halbinsel Sinai aus acht Israelis getötet worden waren. Die PRC hat sich nie zu der Tat bekannt. Außerdem sei Al Kaissi verantwortlich für den Geldfluss von der libanesischen Hisbollah hin zu anderen aufständischen Gruppen im Gazastreifen gewesen.

Der israelische Soldat Gilat Schalit wurde nach mehr als fünf Jahren in Gefangenschaft Ende 2011 im Austausch für 1.027 palästinensische Häftlinge freigelassen. In den vergangenen Monaten haben die israelischen Streitkräfte hauptsächlich Schmuggler-Tunnel und keine Einzelpersonen angegriffen. Al Kaissis Vorgänger Kamal Nairab kam vor sieben Monaten auf ähnliche Weise ums Leben.

Von

dapd

Kommentare (65)

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Rainer_J

10.03.2012, 10:30 Uhr

Israel ballert rum und hat keinen Partner für den Frieden. Wie schade.

Harry_F

10.03.2012, 11:03 Uhr

Ein friedvolles Nebeneinander scheint von den Verantwortlichen auf palästinensicher Seite nicht gewollt zu sein. Also gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder die Hamas gewinnt und Israel ist nicht mehr oder Herr Netanjahu sorgt dafür, dass der von der EU finanzierte Krüppelstaat Palästina von der Landkarte verschwindet. Es mag jetzt ein jeder selbst überlegen, was ihm wahrscheinlicher erscheint.
Ich bin jedenfalls dafür, dass die Palästinenser keinerlei Steuergeld aus Europa mehr bekommen. Sollen sie arbeiten wie alle anderen Menschen auch und Steuern zahlen für ihren Staat. Warum sollen wir das finanzieren? Mir persönlich ist Palästina jedenfalls vollkommen egal.

btw

10.03.2012, 11:11 Uhr

Harry F

Ein "friedvolles Nebeneinander"
Aber auf den Iran losgehen wollen wegen Atomwaffenverdachts.
Man will sich nicht mehr in Eure "Logik" eindenken müssen, weil: sie ist vulgär ebenso wie ihre Protagonisten, die ihre Lehren in Auschwitz gelernt haben.

Gleichwohl: es liegt an Euch, ob ihr hier den dritten weltkrieg lostreten wollt.
Einfach nur an Euch.

Wir sind schon gespannt, wie ihr das machen wollt.

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