Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.09.2013

04:27 Uhr

Nairobi

Weitere Geiseln sind in Freiheit

In Nairobi haben weitere Geiseln das Einkaufszentrum verlassen, noch sind nicht alle frei. Mindestens 68 Menschen wurden bei der Attacke islamischer Terroristen getötet. Kenia baut auf Hilfe aus Israel und den USA.

Kenia

Terroristen drohen mit der Erschießung der Geiseln

Kenia: Geiseldrama in Nairobi geht weiter

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

NairobiDie Geiselnahme in Nairobi wird zum Nervenkrieg. Fast zwei Tage nach Beginn der Attacke radikaler Islamisten auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt gelang es den Sicherheitskräften zwar, die meisten der Gefangenen zu befreien, sagte ein Sprecher der kenianischen Streitkräfte der dpa. Etwa zehn Menschen befänden sich allerdings weiterhin in der Gewalt der Geiselnehmer. Unklar blieb am frühen Montagmorgen, wie viele Terroristen sich noch immer den Sicherheitskräften entgegenstellten.

Kenianische Eliteeinheiten hatten zuvor versucht, das vierstöckige Gebäude zu stürmen, in dem sich die Extremisten der somalischen Miliz Al-Shabaab mit Geiseln verschanzt hatten. Den größten Teil des Einkaufszentrums hätten die Soldaten unter ihre Kontrolle gebracht, sagte der Sprecher Cyrus Oguna. Weniger als zehn Menschen befänden sich noch in der Gewalt der Angreifer. Vier kenianische Soldaten seien bei dem Einsatz verletzt worden.

„Die Angreifer befinden sich in verschiedenen Teilen des Gebäudes“, sagte Oguna. „Wir wissen nicht, wann diese Belagerung enden wird. Wir versuchen, den Einsatz rasch zu Ende zu bringen.“ Scharfschützen waren in Stellung gegangen, über dem Einkaufszentrum kreisten am Sonntagabend Hubschrauber.

In die Geiselbefreiung waren demnach neben der nationalen Eliteeinheit Recce auch Spezialkräfte aus Israel und den USA einbezogen. Dabei ging es anscheinend vor allem um Aufklärung. Ob ausländische Spezialkräfte mit in das Gebäude eindrangen, blieb unklar. Offen ließ der Militärsprecher, ob neben Somaliern auch Terroristen aus anderen Staaten zu den Geiselnehmern gehörten.

Der amerikanische Außenminister John Kerry hat die Geiselnahme in einem kenianischen Einkaufszentrum als Tat „skrupelloser und völlig rücksichtsloser Terroristen“ bezeichnet.

Polizeichef: Rettung für Geiseln in Nairobi ist nah

Polizeichef

Rettung für Geiseln in Nairobi ist nah

Anscheinend wird das Geiseldrama in einem Einkaufszentrum in Nairobi bald beendet. Der Polizeichef bat Blogger, die Geiseln über soziale Netzwerke über die nahende Rettung zu informieren.

Bei der am Samstagmittag gestarteten Attacke der Terroristen waren mindestens 68 Menschen getötet sowie 175 weitere verletzt worden. Mehr als 1000 Menschen sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude befunden haben. Viele sollen laut Einträgen beim Kurznachrichtendienst Twitter noch vermisst sein. Dafür gab es jedoch zunächst keine Bestätigung. Der Überfall war der schwerste Terroranschlag in Kenia seit einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft vor 15 Jahren.

Ein Anführer der Al-Shabaab kündigte weitere Attacken an. Das ostafrikanische Land erklärte er zum Kriegsgebiet. Angriffe auf das Land und seine Bürger würden bis zum Rückzug der kenianischen Truppen aus dem Süden Somalias fortgesetzt, sagte der nicht näher benannte Mann in einem Interview des britischen TV-Senders „Channel 4“. Kenia hatte das Nachbarland in den vergangenen Jahren beim Kampf gegen die Extremisten militärisch unterstützt.

Unter den etwa 10 bis 15 Tätern waren Kenias Präsident Uhuru Kenyatta zufolge anscheinend auch Frauen. Die Terroristen hatten unter Einsatz von Maschinenpistolen und Handgranaten das exklusive Einkaufszentrum Westgate gestürmt. Darin kaufen vor allem Ausländer und reiche Kenianer ein. Ein Augenzeuge in Nairobi sagte der dpa: „Sie zeigten uns arabische Schriften. Wenn man sie lesen konnte, war man gerettet. Wenn man sie nicht lesen konnte, erschossen sie einen.“

Unter den Toten sind mehrere Ausländer, darunter drei Briten, zwei Französinnen, zwei Kanadier und eine Niederländerin. Mehrere US-Bürger wurden verletzt. Auch der bekannte ghanaische Dichter Kofi Awoonor kam ums Leben. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zunächst keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sind. Interpol und viele Regierungen der Welt boten Kenia ihre Hilfe bei der Strafverfolgung der Täter an.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Nachwuchs

23.09.2013, 09:56 Uhr

Wo bleibt da unsere GSG9? Ich denke wir bekämpfen den islamischen Terror und bekomme doch nur das Gegenteil mit. Wo hat die Frau Merkel, Christin, den Mord an den Christen je krisisiert und bekämpft??? Ich lese überall: Frau Merkel: Wir übernehmen alle Schulden!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×