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21.02.2017

12:14 Uhr

Nationaler Sicherheitsrat

Sicherheitsberater verliert nach Trump-Kritik seinen Job

H.R. McMaster wird als Nationaler Sicherheitsberater kein vollständiges Team vorfinden. Neben Michael Flynn wurde ein weiterer ranghoher Mitarbeiter gefeuert – offenbar wegen peinlicher Aussagen über Ivanka Trump.

Ein Abteilungsleiter des Nationalen Sicherheitsrats wurde nach peinlichen Aussagen über die Tochter des US-Präsidenten gefeuert. AFP; Files; Francois Guillot

Ivanka Trump

Ein Abteilungsleiter des Nationalen Sicherheitsrats wurde nach peinlichen Aussagen über die Tochter des US-Präsidenten gefeuert.

WashingtonIn US-Armeezirkeln gilt H.R. McMaster als gewiefter Militärstratege und kreativer Denker. Seine Qualitäten soll der General mit Doktortitel nun in einen Job einbringen, um den es zuletzt viel Wirbel gab: McMaster beerbt Michael Flynn als Nationaler Sicherheitsberater. Ein Gremium, dessen Start unter Trump alles andere als reibungslos verlief.

Ein vollständiges Team wird McMaster nicht vorfinden. Denn Flynn war nicht der einzige ranghohe Mitarbeiter aus dem Nationalen Sicherheitsrat, der bereits seinen Hut nehmen musste. Kurz nach Flynn hatte auch der im NSC für die westliche Hemisphäre zuständige Abteilungsleiter Craig Deare gehe müssen, nachdem er Kritik am Präsidenten geübt hatte. Am Freitag war er von mehreren Beamte von seinem Arbeitsplatz im Executive Office Building neben dem Weißen Haus nach draußen eskortiert worden.

Herbert Raymond McMaster: Rebell in Uniform

Herbert Raymond McMaster

Rebell in Uniform

Mit Trumps Entscheidung, Generalleutnant McMaster zum Sicherheitsberater zu machen, dürften auch Kritiker des US-Präsidenten einverstanden sein: Der 54-Jährige unterscheidet sich stark von seinem umstrittenen Vorgänger.

Deare war von Trump selbst für diesen Posten nominiert worden – und seine Entlassung trägt eine pikante Note. Bei einem Hintergrundgespräch des Wilson Centers, eines Washingtoner Think Tanks, soll er am vergangenen Donnerstag kritisiert haben, dass seine Abteilung bei wichtigen politischen Entscheidungen nicht zurate gezogen werde. Stattdessen fasse Trumps innerer Kreis von Beratern um den Chefstrategen Steve Bannon und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner die Beschlüsse im Alleingang, sagte Deare laut einer Gewährsperson, die bei der Diskussion anwesend war.

Konkret richtete sich Deares Kritik demnach gegen die Mexiko-Politik Trumps. Der neue Präsident hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt den im Wahlkampf versprochenen Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko in die Wege geleitet. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagte daraufhin eine Reise nach Washington ab.

Doch eine andere Aussage soll das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Der Gewährsperson zufolge soll sich Deare in der Diskussionsrunde nicht nur über Trumps Politik, sondern auf „peinliche“ und „obszöne“ Art und Weise auch über das gute Aussehen von Trumps Tochter Ivanka ausgelassen haben. Deare war seit 2001 im Lehrkörper der vom Verteidigungsministerium finanzierten National Defense University in Washington. In diesen Posten soll er dort auch wieder zurückgekehrt sein, wie es aus dem Weißen Haus hieß.

Allerdings hatte auch Trump selbst in der Vergangenheit mit Aussagen über seine Tochter für Verwunderung gesorgt. So sagte er bereits 2006 in einem Interview mit „The View“: „Sie ist sehr schön. Ich habe schon gesagt, wenn Ivanka nicht meine Tochter wäre, würde ich sie wohl daten.“ Eine Aussage, die er 2015 noch einmal in ähnlicher Form mit viel Interpretationsspielraum wiederholte, als er im Interview mit dem Rolling Stone sagte: „Ja, (Ivanka) hat wirklich was, und was für eine Schönheit sie ist. Wenn ich nicht glücklich verheiratet und – Sie wissen schon – ihr Vater wäre...“

Von

ap

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

21.02.2017, 12:29 Uhr

Und schon geht das Trump Bashing von Seiten der Deutschen "Qualitätspresse" munter weiter.

Herr Eduardo Lopez

21.02.2017, 12:54 Uhr

@Marc Hofmann

Und schon geht das Trump Bashing von Seiten der Deutschen "Qualitätspresse" munter weiter.

An Ihrer Stelle würde ich das HB überhaupt nicht lesen. Oder brauchen Sie die deutsche "Qualitätspresse", damit Sie überhaupt Ihren Tag ausfüllen können? Da fällt mir doch etwas Besseres ein. Ich mache mir jetzt mit netten Menschen ein paar angenehme Stunden. Weiterhin angenehmes "Kommentieren".

Frau Ursula Neumann

21.02.2017, 13:14 Uhr

Völlig richtig reagiert, Herr Trump. Die Unsitte der Majestätsbeleidigung darf man gar nicht erst einreißen lassen - oder wäre "einreisen lassen" die bessere Wortwahl?

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