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15.03.2012

21:03 Uhr

Nationalfeiertag

Auf Ungarns Straßen türmen sich die Demonstranten

Zu Hunderttausenden demonstrieren die Ungarn am Nationalfeiertag nicht nur gegen, sondern auch für die Regierung. In seiner Rede verbittet sich Ministerpräsident Orban indes auch weiter das „Diktat von außen“.

Demonstranten im Zentrum Budapests. dpa

Demonstranten im Zentrum Budapests.

BudapestHunderttausende Menschen haben am Donnerstag in der ungarischen Hauptstadt Budapest für und gegen die umstrittene Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban demonstriert. Am Nationalfeiertag versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude etwa 200.000 Unterstützer des Regierungschefs, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. An der nahen Kundgebung der Opposition beteiligten sich etwa 100.000 Regierungsgegner.

In einer Rede vor seinen Anhängern, deren Zahl die Regierung mit rund 250.000 bezifferte, erinnerte Orban an die Revolution von 1848, in der Ungarn gegen die Vorherrschaft der Habsburger kämpfte und an die der Nationalfeiertag erinnert. Heute gelte wie damals, dass Ungarn „keine Kolonie“ sei, sagte er. Dem „Druck und dem Diktat von außen“ hätte Ungarn im Winter 2011/2012 nie widerstanden, wenn sich nicht hunderttausende Menschen dagegen aufgelehnt hätten, fügte er mit Blick auf die internationale Kritik an der Arbeit seiner Regierung hinzu.

Ungarns Premierminister Viktor Orban. dapd

Ungarns Premierminister Viktor Orban.

Während bei der Kundgebung zahlreiche ungarische Flaggen wehten, waren bei der Gegendemonstration viele Europafahnen zu sehen. Ein 37-jähriger Bankangestellter sagte AFP dort, er protestiere „gegen Orbans Regime“. Zugleich rief er die Europäische Union dazu auf, mit größerer Härte gegen die rechtskonservative Regierung in Budapest vorzugehen. „Was in Ungarn passiert, ist eine Schande für Europa“, unterstützte ihn der eigens angereiste französische Abgeordnete der Linken im Europäischen Parlament, Harlem Desir.

Orban steht international seit Monaten wegen umstrittener Gesetzes- und Verfassungsänderungen in der Kritik, die etwa den Justiz- und Medienbereich betreffen. Der Internationale Währungsfonds und die Europäische Union brachen deswegen im Dezember Verhandlungen mit Budapest ab, in denen es um Finanzhilfen in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro für das hoch verschuldete Land ging. Erst am Dienstag sperrte die EU wegen des hohen Haushaltsdefizit Ungarns Zahlungen aus Entwicklungstöpfen in Höhe von knapp einer halben Milliarde Euro.

Von

afp

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

15.03.2012, 21:51 Uhr

Handelsblatt!
Warum lügen Sie schon wieder?
An die 250 Tausend waren für die Regierung,
über 10 Tausend waren für "Jobbik" GEGEN die EU,
und mit EU-Fahnen für die EU waren vielleicht einige Hundert Leute auf der Strasse!!
Ungarn hat genug von den ...unionen!
Sowjetunion, E-Union...
Es reicht, es gibt auch Leben in Europa ausser der EU!!!
Wir wollen endlich FREIHEIT!!

Account gelöscht!

15.03.2012, 22:03 Uhr

Also höchstens eine EU-Fahne (ich habe keine gesehen und ausser Handelsblatt auch nichts darüber gelesen) und höchstens einige Hundert Demonstranten um Gyurcsány für die EU

Account gelöscht!

15.03.2012, 23:00 Uhr

Jobbik ist doch der hintervorletzte Pöbel, Peilkreuzler...

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