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12.10.2017

16:21 Uhr

Nationalfeiertag in Spanien

Marsch gegen Unabhängigkeit Kataloniens

König Felipe nimmt in Madrid eine Militärparade ab, während in Barcelona Menschen für die Einheit Spaniens auf die Straße gehen. Der Nationalfeiertag steht unter dem Stern der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen.

Katalonien-Krise

Spanier demonstrieren für Einheit des Landes

Katalonien-Krise: Spanier demonstrieren für Einheit des Landes

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MadridZehntausende Katalanen haben den spanischen Nationalfeiertag für Bekundungen zu einer Einheit ihrer Nation genutzt. Während eines Marsches durch Barcelona schwenkten viele der rund 65 000 Teilnehmer am Donnerstag spanische und katalanische Flaggen und riefen „Ich bin spanisch“. In der Hauptstadt Madrid hielten Soldaten und Polizisten eine Militärparade vor König Felipe VI. ab. Tausende Menschen hatten auch hier spanische Flaggen in den Händen.

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die regionale Führung in Katalonien aufgefordert, bis Montag klarzustellen, ob sie die Unabhängigkeit der Region ausgerufen hat oder nicht. Regionalpräsident Carles Puigdemont hatte in einer Rede am Dienstag erklärt, er nutze das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober zwar dazu, mit einer Erklärung der katalanischen Abspaltung fortzufahren. Die Umsetzung setze er aber für einige Wochen aus, um mit Madrid in den Dialog zu treten.

Rajoy warnte Puigdemont, Spanien könnte auf Verfassungsartikel 155 zurückgreifen, um die volle oder teilweise Kontrolle über die Region zu übernehmen, sollte die Unabhängigkeit erklärt werden. Die Zentralregierung betrachtet das Referendum als illegal. Das spanische Verfassungsgericht hat es verboten.

Spanien: Rajoy stellt Katalanen zwei Ultimaten

Spanien

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Spaniens Zentralregierung setzt Katalonien die Pistole auf die Brust: Medienberichten zufolge fordert Ministerpräsident Rajoy vom Regionalpräsidenten Puigdemont eine Klärung der Unabhängigkeitsfrage bis Montag.

Puigdemont kritisierte Rajoys Reaktion am Donnerstag. „Wir fordern Dialog und als Antwort wird der Artikel 155 auf den Tisch gelegt“, twitterte er. Diese Botschaft habe er verstanden. Puigdemonts Stellvertreter Oriol Junqueras kritisierte, Katalonien und die internationale Gemeinschaft wollten einen ernsthaften Dialog und keine Konfrontation oder neue Drohungen.

In der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona marschierten die Teilnehmer der Solidaritätsbekundung zu einem zentralen Platz. Manche hatten ihre Gesichter in den rot-gelben Nationalfarben angemalt, die auch die Farben der Region Katalonien sind. Immer wieder war der Ausruf „Viva España!“ (Es lebe Spanien) zu hören. Der Slogan des Marsches hieß „Katalonien ja, Spanien auch“ - damit sollte dem Wunsch nach Autonomie Kataloniens innerhalb Spaniens Nachdruck verliehen werden.

Was ließ die Unabhängigkeitsbewegung so stark aufflammen?

Der 28. Juni 2010

Damals kippte das Oberste Gericht Spaniens auf Betreiben der konservativen Volkspartei (PP) ein neues Autonomiestatut für die Region, das 2006 unter der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero vom Parlament in Madrid und von den Katalanen selbst in einer Volksbefragung gebilligt worden war. Knapp zwei Wochen später kam es zu einer Massendemonstration in Barcelona, an der mehr als eine Million Menschen teilnahmen.

Mario Rajoy

Seit Mariano Rajoy und seine PP im Dezember 2011 an die Macht kamen, gab es kaum noch Gespräche der Zentralregierung mit der Region im Nordosten des Landes. Rajoy verfügte im Parlament über eine absolute Mehrheit und musste deshalb nicht mit Zugeständnissen auf Stimmenfang in Katalonien gehen. Er konzentrierte sich vor allem darauf, die 2008 ausgebrochene massive Wirtschaftskrise seines Landes in den Griff zu bekommen. Da passte der Wunsch nach mehr finanzieller Unabhängigkeit der Katalanen nicht in sein Konzept.

Korruption

Die Menschen im wirtschaftsstarken Katalonien sind vor allem wütend über die Korruptionsskandale der Regierung und wettern, Rajoy und seine Verbündeten verfolgten noch immer die gleichen Ziele wie die Franco-Diktatur. Unter der Herrschaft Francisco Francos, der 1975 starb, waren die katalanische Sprache und Kultur teilweise brutal unterdrückt worden. Viele Bürger des traditionell eher linken und republikanischen Kataloniens, selbst solche, die gegen die Unabhängigkeit sind, lehnen die spanische Monarchie ab.

Perspektivlosigkeit

Viele Bürger auf den Straßen geben übereinstimmend an, sie müssten viel zu viel Geld an die „korrupte Regierung“ in Madrid abgeben, was die eigene Jugend in die Perspektivlosigkeit geführt habe. Sie glauben, dass ein unabhängiges Katalonien in Europa besser dastünde. Das Geld sei aber nicht der wichtigste Grund für das Streben nach Unabhängigkeit, betonen viele Katalanen.

Hoffnungsträger Puigdemont

Im Januar 2016 wurde Carles Puigdemont als neuer katalanischer Hoffnungsträger zum Chef der Generalitat (Regionalregierung) gewählt. Als er im Juni 2017 bekanntgab, am 1. Oktober ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten, sahen viele Katalanen ihre Stunde gekommen. Bei der Volksbefragung stimmten mehr als 90 Prozent der Teilnehmer für die Trennung. Allerdings hatten nur 43 Prozent der 5,3 Millionen Wahlberechtigten teilgenommen.

Am Rande der ansonsten friedlichen Demonstration kam es zu einer Straßenschlacht. Zwei kleine Gruppen gingen aufeinander los, bevor die Polizei sie trennte. Ein Polizist zog sich dabei kleinere Verletzungen zu. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AP zeigten, wie Stühle in beide Richtungen flogen. Zeitgleich zogen etwa 200 rechtsgerichtete spanische Nationalisten in Barcelona auf den Berg Montjuïc, wo sie Reden schwangen und Fahnen der katalanischen Separatistenbewegung verbrannten. Die eigentliche Demonstration gegen eine Trennung Kataloniens von Spanien wurde nicht gestört.

Zu der alljährlich stattfindenden Parade in Madrid werden auch die politischen Spitzenvertreter der 17 spanischen Regionen eingeladen. Seit vielen Jahren wird die Einladung aber von Vertretern aus Katalonien und dem Baskenland boykottiert. Mehrere Rathäuser in Katalonien hatten diesmal erklärt, den Feiertag zu ignorieren und wie gehabt zur Arbeit zu kommen.

Einer der vier an der Parade beteiligten Kampfjets stürze nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Llanos de Albacete rund 300 Kilometer südöstlich von Madrid ab. Der Pilot der Eurofighter-Maschine sei ums Leben gekommen, teilte das Ministerium mit.

Rund 2,3 Millionen Katalanen hatten sich an dem Unabhängigkeitsreferendum beteiligt. Das entspricht 43 Prozent der Wahlberechtigten der Region. Nach Angaben der Regionalregierung stimmten 90 Prozent der Beteiligten für eine Abspaltung von Spanien. Unabhängigkeitsgegner hatten die Abstimmung allerdings weitgehend boykottiert. Umfragen zufolge sind jeweils etwa die Hälfte der knapp 7,5 Millionen Katalanen für oder gegen eine Sezession. Die Region trägt zu einem guten Fünftel zur spanischen Wirtschaft bei.

Von

ap

Kommentare (2)

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Herr Carlos Santos

12.10.2017, 17:33 Uhr

NATIONALFEIERTAG IN SPANIEN
Marsch gegen Unabhängigkeit Kataloniens
Datum:
12.10.2017 16:21 Uhr
König Felipe nimmt in Madrid eine Militärparade ab, während in Barcelona Menschen für die Einheit Spaniens auf die Straße gehen. Der Nationalfeiertag steht unter dem Stern der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen.

........................

Man könnte auch anders vor gehen !!!

RUFEN WIR IN GANZ SPANIEN DIE REPUBLIK AUF !!!

BUNDESSTAAT SPANIENS !!!!!

Dann aber bitte nach Amerikanischen Beispiel !

Und schon sind Ungerechtigkeiten der bevorzugen der einen zu Gunsten der andere ausgeschaltet !

Und ein König Felipe VI der zuerst 900 Verletzte entstehen lässt und sich hinterher dafür entschuldigt ist kein König sondern gehört abgesetzt und in einem Flugzeug nach DAN HAAG gesetzt !


Herr Carlos Santos

12.10.2017, 19:22 Uhr

KATALONIEN-KRISE
Spanier demonstrieren für Einheit des Landes

.....................

Einheit Spaniens ???

Sind Katalonier nicht auch Menschen und haben Menschenrechte ?

Wie hätten die Spanier im restlichen Spanien reagiert ebenso von der Guardia Civil blutig geprügelt zu werden obwohl es keinerlei Bewaffnungen gab, keine brennende Mülleimer wie sonst in Spanische andere gebieten ?

Und trotz aller Gewalt der Guardia Civil, kein Katalonier ist Nachhause gegangen um sich zu bewaffnen gegangen !

Sind doch die Menschen in Katalonien die friedvollste und Geduldige und auch zivilisierte wenn diese die Unabhängigkeit verschoben haben um einen Freiwilligen Dialog zu erreichen mit der Regierung in Spanien !!!

Einnigkeit in ganz Spanien ?

RUFT DOCH DIE REPUBLIK SPANIENS AUS dann ist mehr Gemeinsamkeit und mehr Gerechtigkeit schneller und gezielter zu erreichen !!!

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