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14.06.2016

18:07 Uhr

Nato-Aufrüstung im Osten

Das Risiko für Russland soll steigen

War die Nato im Osten jahrelang verwundbar? Die radikale Aufrüstungsoffensive erweckt den Anschein. Mit zusätzlichen Truppen sollen nun klare Signale in Richtung Moskau gesendet werden. Fragen und Antworten im Überblick.

Die Verstärkung der Truppenpräsenz in Osteuropa soll ein deutliches Zeichen in Richtung Russland sein. AFP; Files; Francois Guillot

Nato

Die Verstärkung der Truppenpräsenz in Osteuropa soll ein deutliches Zeichen in Richtung Russland sein.

BrüsselWer dachte, dass die Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt den Aufrüstungskurs der Nato verlangsamen könnten, sieht sich getäuscht. Das westliche Militärbündnis arbeitet mit Hochdruck an weiteren Abschreckungsmaßnahmen gegen Russland. Bei einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel werden derzeit die letzten Vorbereitungen für ein umfassendes Verteidigungspaket getroffen, das am 8. und 9. Juli in Warschau präsentiert werden soll. Fragen und Antworten im Überblick:

Die Friedensbemühungen für den Ukraine-Konflikt laufen. Warum wird weiter aufgerüstet?
Der Ukraine-Konflikt hat der Nato mehr als deutlich gezeigt, dass Russland nicht der verlässliche Partner ist, den man sich wünscht. Als Konsequenz stieg vor allem in den baltischen Staaten und in Polen die Angst, dass Russland versucht sein könnte, seinen Einflussbereich gewaltsam in ihre Richtung auszuweiten. Für die Nato stellte sich die Frage, ob sie in der Lage wäre, die Bündnispartner im Fall eines Angriffes schnell und effektiv zu verteidigen. Die Analyse ergab ein eher düsteres Bild. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Verteidigungsausgaben jahrelang zurückgefahren.

Wird wirklich davon ausgegangen, dass Kremlchef Wladimir Putin das Risiko eingehen könnte, einen Nato-Staat anzugreifen?
Die große Mehrheit der Nato-Staaten rechnen nicht damit. Für den Fall der Fälle will man aber dennoch gewappnet sein. Letztlich hat es auch niemand für möglich gehalten, dass sich Russland die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim einverleiben könnte.

Was ist die Strategie der Nato?
Nachdem in einem ersten Schritt eine neue schnelle Eingreiftruppe („Speerspitze“) und sechs regionale Hauptquartiere aufgebaut wurden, wird jetzt daran gearbeitet, eine dauerhafte Nato-Truppenpräsenz in den östlichen Bündnisstaaten sicherzustellen. Voraussichtlich im Frühjahr des kommenden Jahres sollen je 1000 Bündnissoldaten in die baltischen Staaten sowie nach Polen geschickt werden. Rumänien wird beim Aufbau einer multinationalen Brigade unterstützt, die auch Bulgarien schützen soll.

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