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21.07.2012

11:21 Uhr

NATO-Befehlshaber

Lage im Kosovo „überhaupt nicht stabil“

Die Gewalt könne nach Einschätzung eines ranghohen Generals jederzeit wieder aufflammen. An eine Reduzierung der Truppe sei daher nicht zu denken.

KFOR-Soldaten an einem Checkpoint. Reuters

KFOR-Soldaten an einem Checkpoint.

Oldenburg Im Kosovo kann die Gewalt nach Einschätzung der NATO-Friedenstruppe jederzeit wieder heftig aufflammen. Die Sicherheitslage sei "überhaupt nicht stabil", sagte der Befehlshaber der KFOR-Truppe, Generalmajor Erhard Drews, der „Nordwest-Zeitung“ vom Samstag. "Auch kleinere Vorkommnisse können derzeit in der Spirale von Provokation und Reaktion zu großflächigen Auseinandersetzungen führen." Eine Reduzierung der derzeit gut 5.700 Mann starken Truppe ist laut Drews derzeit nicht absehbar. "Eine Planung nach dem Kalender ist sinnlos. Man braucht eine Lösung des Konflikts - dann erst kann es eine Reduzierung geben." Drews warnte zudem davor, den Blick allein auf Afghanistan zu richten. Er erinnerte an die Flüchtlingsströme in den 90er Jahren. "Wenn die Lage eskaliert, gibt es Rückwirkungen bis nach Deutschland."

Serbien erkennt die Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz Kosovo nicht an. Die KFOR sollte ursprünglich den Abzug der jugoslawischen Truppen und die Entmilitarisierung des Kosovo überwachen. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo 2008 blieb KFOR im Land. Im Zentrum steht nun insbesondere die Überwachung demokratischer und multiethnischer Sicherheitsstrukturen. Darüber hinaus leisten die Soldaten humanitäre Hilfe in Notsituationen und fördern die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen.

Von

dapd

Kommentare (8)

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azaziel

21.07.2012, 14:01 Uhr

Déjà vu – Sie zogen in den Krieg ohne ein Konzept fuer die Zeit danach! Auf der einen Seite traeumen unsere Politiker den aussichtslosen Traum eines vereinten Europas, auf der anderen Seite schaffen sie, weil sie den Konflikt scheuen und weil sie keine Loesungen haben, einen wirtschaftlich nicht lebensfaehigen Zwergstaat, der auch noch unter hohen Kosten militaerisch ruhig gehalten werden muss. Die KFOR wird noch in Hundert Jahren im Kosovo sein. Und wo sollen denn sonst noch Truppen hin ohne sinnvolles Konzept und Mandat?

Aus Afghanistan ziehen wir unverrichteter Dinge ja bald ab. Gottseidank! In den Maedchenschulen, die wir in Afghanistan gebaut haben koennen demnaechst die Taliban ihre Koranunterricht abhalten.

Tabu

21.07.2012, 14:02 Uhr

Dann könnten ja die abgeschobenen Familien deren
Kinder hier z,b.eine Woche vor Beendigung der 10.Klasse
wieder zurückkehren.Dort müssen sie mangels Sprache,wieder
in die erste Klasse gehen oder auf Müllberge sich ein paar
cent zusammensuchen


http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/332#/beitrag/video/1687810/Abgeschobene-Jugendliche-im-Kosovo

NorbertR

21.07.2012, 16:46 Uhr

In dem mit Hilfe des Westens geschaffenen "Staat" Kosovo können die dort noch verbliebenen Reste von Nichtalbanern nur einigermaßen sicher in militärisch geschützten Enklaven (Ghettos) "leben". So z. B. am 05.07.2012 wurde im Ort Talinovac ein serbiches Ehepaar von Albanern ermordert. Seit dem NATO-Einmarsch in Kosovo wurden dort nach offiziellen Angaben 1003 Serben aus ethnischen Gründen von den Albanern umgebracht. Die meisten von den aus Kosovo geflüchteten bzw. vertriebenen hundertausenden Nichtalbanern denken nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen höchstens in ihren schlimmsten Alpträumen, in ihre Heimat zurückzukehren. Als engagierter Bürger dürfte man fragen, wer ist für dieses Versagen der EU-Politik eigentlich verantwortlich?!

Norbert R.

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