Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.11.2014

14:34 Uhr

Nato-Generalsekretär Stoltenberg

„Wir leben nicht in friedlichen Zeiten“

Die Parlamentarier aller Nato-Bündnisstaaten sind gewarnt: Generalsekretär Stoltenberg forderte die Mitgliedsländer auf, nicht weiter Verteidigungsausgaben zu reduzieren.

Die Sicherheit des Bündnisses im Blick: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. AFP

Die Sicherheit des Bündnisses im Blick: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Den HaagNato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt die Parlamente in Bündnisstaaten wie Deutschland vor einer Fortsetzung des Sparkurses im Rüstungsbereich. „In friedlicheren Zeiten war es richtig, die Verteidigungsausgaben zu reduzieren. Aber wir leben nicht in friedlichen Zeiten“, sagte der Norweger am Montag vor Abgeordneten aus den Nato-Staaten in Den Haag (Niederlande).

Mit dem russischen Auftreten in der Ukrainekrise sowie der Gewalt in Nordafrika und im Nahen Osten habe sich die Welt verändert. „Die Gefahren sind real“, sagte der 55-Jährige. Stoltenberg wies darauf hin, dass seit dem Ende des Kalten Krieges die Zahl der Panzer in den Nato-Staaten von mehr als 33.000 auf weniger als 7000 reduziert worden sei. Die militärischen Hauptquartiere des Bündnisses in Europa und den US zählten heute nur noch 9000 Militärs - statt 22.000 zuvor.

„Russland hat seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent erhöht und plant weitere Aufstockungen“, ergänzte Stoltenberg. In derselben Zeit seien die Verteidigungsausgaben der Nato um 20 Prozent gesunken.

Ukraine-Krise: Nato wirft Russland massive Aufrüstung an der Grenze vor

Ukraine-Krise

Nato wirft Russland massive Aufrüstung an der Grenze vor

Die Nato verfolgt mutmaßliche russische Truppenverstärkungen an der Grenze zur Ukraine mit Sorge. Kiew will mit dem Kreml auf neutralem Boden verhandeln. Darüber spricht Russlands Außenminister Lawrow mit Steinmeier.

Die Bundesregierung hat ihren Verteidigungsetat 2015 trotz der Ukraine-Krise nicht erhöht. Für die Jahre ab 2016 behält sie sich allerdings eine Anhebung vor. Das beim Nato-Gipfel in Wales vereinbarte Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, wird Deutschland damit auf absehbare Zeit nicht erreichen. Derzeit liegt der Anteil bei 1,3 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Otto Pankrath

24.11.2014, 15:32 Uhr

normalerweise unterlegt das HB seine Artikel mit Statistiken. (Top-Ten Rüstungsausgaben weltweit, Entwicklung seit zb 2008, u.ä.)
Bitte die Statistik zur Höhe der Rüstungsausgaben anfügen, dient der besseren Einordnung der gemachten Aussagen.

Herr Fred Meisenkaiser

24.11.2014, 16:35 Uhr

Ohne die aggressive Politik der NATO würde die Welt in friedlicheren Zeiten leben.
Man hat mit der Herbeiführung des Ukrainekonfliktes durch eine Entweder/Oder-Politik gegenüber der Ukraine die ganze Krise ausgelöst, die die USA vorbereitet haben.
So wie man auch durch Unterstützung der Taliban in Afghanistan im Krieg gegen die Russen gestärkt hat, oder durch die Ausschaltung der Regierungen im Nordafrika und Arabien die ganze Region destabilisiert hat.

Herr reiner tiroch

24.11.2014, 20:11 Uhr

es ist doch Stoltenberg zu verdanken dass wir nicht in friedlichen Zeiten leben. aber warnen kann er ganz gut, gell?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×