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04.09.2014

09:34 Uhr

Nato

Krisentruppe kostet Hunderte Millionen Euro

Die Nato plant eine militärische Bereitschaftstruppe für Kriseneinsätze. Die Truppe wird das Bündnis mehrere hundert Millionen Euro im Jahr kosten, prognostiziert General Jean-Paul Paloméros vor dem Nato-Gipfel.

Auch deutsche Soldaten sind für die Nato im Einsatz, wie zum Beispiel in Afghanistan. ASSOCIATED PRESS

Auch deutsche Soldaten sind für die Nato im Einsatz, wie zum Beispiel in Afghanistan.

NewportDie von der Nato geplante Kriseneingreiftruppe kostet das Bündnis „mehrere hundert Millionen Euro“ im Jahr. Diese Prognose äußerte der Nato-General Jean-Paul Paloméros vor dem am Donnerstag im walisischen Newport beginnenden Gipfel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

„Soldaten in Bereitschaft zu halten verursacht bestimmte Kosten.“ Dies sei der Preis für „eine glaubwürdige Verteidigung und eine glaubwürdige Allianz“.

„Wir werden effizienter sein“, fügte Paloméros hinzu, der in Norfolk in den USA eines der beiden strategischen Hauptquartiere des Bündnisses führt und für die Modernisierung der Nato zuständig ist. Als Reaktion auf „Russlands aggressives Verhalten“ hat Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen den Beschluss eines Aktionsplans für Osteuropa auf dem zweitägigen Nato-Gipfel in Newport angekündigt.

Die Nato – Was ist das?

Gründung

Mit dem Brüsseler Vertrag vom 17. März 1948 schlossen sich Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg nach dem zweiten Weltkrieg zu einem Bündnis für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit sowie zur Selbstverteidigung zusammen. Aus dieser Gemeinschaft entstand am 4. April 1949 die „North Atlantic Treaty Organisation“, kurz: Nato.

Auftrag

Die Aufgaben der Nato wurden nach Ende des Kalten Kriegs an die neue Lage angepasst. Abschreckung und Verteidigung blieben zwar Hauptaufgaben des Bündnisses, traten jedoch etwas in den Hintergrund. Vermehrt wurde auf Dialog und Zusammenarbeit mit den „alten Gegnern“ gesetzt .Verschiedene Partnerschaftsprogramme mündeten schließlich in der Nato-Osterweiterung.

Sitz

Das NATO-Hauptquartier beherbergt mit dem Nordatlantikrat das Hauptorgan der Nato. Diese Institution hat seit 1967 ihren Sitz in der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Mitgliedstaaten

Der Organisation gehören Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien , Island, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, die Türkei, Ungarn und die USA an.

Vertrag

Die in der Nato formulierten Ziele haben sich im Laufe der Zeit nicht geändert, denn der Nato-Vertrag besteht in seinem Wortlaut seit 1949 unverändert. Allerdings wurden die Aufgaben der Nato an veränderte sicherheitspolitische Gegebenheiten angepasst und werden aktuell anders interpretiert.

Beitrittskandidaten

Offizielle Beitrittskandidaten der Nato sind Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien.

Kernpunkte sind die neue schnelle Eingreiftruppe und eine dauerhafte „sichtbare“ Präsenz der Nato in Osteuropa, der Ausbau ihrer dortigen Infrastruktur sowie die Verlagerung von militärischer Ausrüstung.

Der Aktionsplan könne „bis zum Jahresende“ umgesetzt sein, sagte der Franzose. Dafür seien aber die notwendigen finanziellen Mittel nicht nur zu Beginn, sondern dauerhaft erforderlich. „Denn es reicht nicht, für einen, zwei oder sechs Monate einsatzbereit zu sein.“ Wenn sich die Nato für diese Fähigkeit entscheide, dann müsse das „für eine sehr lange Zeit“ gelten.

Angesichts der sehr unterschiedlichen Krisen in der ganzen Welt seien gut trainierte und ausgebildete moderne Truppen wichtig, sagte Paloméros. „Die Welt verändert sich schnell, das haben wir in der Ukraine beobachtet und das sehen wir im Süden, ganz besonders im Irak.“

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Eberhard Steinweg

04.09.2014, 10:26 Uhr

Die Truppe kann sich auch noch um Gedenkstaetten fuer Frankreichs und Deutschlands Millitaer-Erfolge 1812 - 1945 kuemmern.

Frau Helga Trauen

04.09.2014, 13:08 Uhr

Das ist doch sehr schön, die Hunderte Millionen... Milliarden wären besser! Wenn sich die EUSSR totrüstet, bin ich zufrieden!

Herr Wolfgang Trantow

04.09.2014, 20:09 Uhr

Lt. Herr. Gauck sind wir reich. Also können wir auch nach Meinung der Frau Merkel die paar Euros auch komplett übernehmen!

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