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25.05.2011

16:41 Uhr

Nato

Obama glaubt an langen Militäreinsatz in Libyen

Barack Obama hat den Militäreinsatz in Libyen als einen "langen Prozess" bezeichnet. Dementsprechend müssten die USA vielleicht geduldiger sein, um das Regime zermürben zu können.

Libysche Rebellen bereiten sich auf den Angriff von Gaddafis Truppen vor. Quelle: dpa

Libysche Rebellen bereiten sich auf den Angriff von Gaddafis Truppen vor.

London

US-Präsident Barack Obama geht von einem langen Nato-Militäreinsatz in Libyen aus. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Großbritanniens Premierminister David Cameron sprach er am Mittwoch in London von einem langsamen Prozess, in dem "das Regime zermürbt" werde. Die Vereinigten Staaten verfügten keineswegs über zusätzliche militärische Mittel, die sie einfach so einbringen könnten. Auch werde er keine Bodentruppen in das nordafrikanische Land entsenden, bekräftige Obama. Und das könne bedeuten "dass wir vielleicht etwas geduldiger sein müssen, als es den Leuten lieb ist".

Angesichts der Fortschritte, die in den vergangenen Wochen erzielt worden seien, müsse Machthaber Muammar Gaddafi "verstehen, dass der Druck, den wir aufbringen, nicht nachlassen wird", sagte Obama. Er gehe davon aus, dass Gaddafi "letztendlich abtreten wird, so lange wir den Kurs halten, auf dem wir sind". Einen konkreten Zeitraum nannte er nicht.

Auch Cameron zeigte sich überzeugt, dass Gaddafi letztlich die Macht abgeben müsse. Er sagte aber auch: "Ich glaube, wir sollten den Druck erhöhen." Auf die Frage, ob das britische Militär wie Frankreich den Einsatz von Kampfhubschraubern erwäge, sagte er, Großbritannien werde sich alle Möglichkeiten zur Erhöhung dieses Drucks ansehen".

Die USA beteiligen sich an der Seite Großbritanniens und anderer Staaten an dem Nato-Einsatz zur Unterstützung der Rebellen in Libyen. Die Vereinigten Staaten spielten anfangs eine führende Rolle, fuhren diese aber zurück, nachdem die Nato das Kommando übernahm. Allerdings wurde von verschiedenen Seiten die Hoffnung geäußert, dass sie sich wieder stärker einbringen. Obama will aber vermeiden, dass sein Land zu sehr in einen weiteren kostspieligen Auslandseinsatz verwickelt wird.

Der US-Präsident befindet sich auf einer einwöchigen Europa-Reise. Nächste Station ist Frankreich, wo in Deauville ein G8-Gipfel stattfindet.

Von

rtr

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