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20.02.2015

10:27 Uhr

Nawalny muss ins Gefängnis

Kreml-Kritiker wieder in Haft

Weil er zu Massenprotesten aufgerufen hatte, muss der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny erneut zwei Wochen ins Gefängnis. Damit wird er die von ihm organisierte Demonstration verpassen.

Der Oppositionelle Alexej Nawalny hat in Russland zu Protesten aufgerufen. Deshalb muss er nun ins Gefängnis. dpa

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny

Der Oppositionelle Alexej Nawalny hat in Russland zu Protesten aufgerufen. Deshalb muss er nun ins Gefängnis.

MoskauNach einem Aufruf zu Massenprotesten gegen die russische Regierung ist der Oppositionelle Alexej Nawalny erneut zu zwei Wochen Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Moskau begründete die Entscheidung am späten Donnerstag damit, dass Nawalny eine Versammlung zur Verteilung von Flugblättern mit dem Aufruf zu einer Kundgebung am 1. März in einer U-Bahnstation in der Hauptstadt organisiert habe. An der Demonstration kann Nawalny damit nicht selbst teilnehmen, weil er laut dem neuen Urteil am Sonntag kommender Woche in Haft sitzt.

Nawalny steht seit Februar 2014 unter Hausarrest. Im Dezember wurde der prominente Regierungsgegner zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Gemeinsam mit seinem Bruder, der zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, soll er den französischen Kosmetikkonzern Yves Rocher um umgerechnet knapp eine halbe Million Euro betrogen haben. Obwohl Yves Rocher den Vorwurf zurücknahm, sprach das Gericht die Brüder schuldig.

Ende Januar rief Nawalny seine Anhänger zu der Kundgebung am 1. März auf. Sie richtet sich angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Russland gegen die Staatsführung von Präsident Wladimir Putin, dem Nawalny Versagen vorwirft. Der 38-Jährige fordert zudem, die Militärausgaben zu verringern und der Gewalt in der Ukraine ein Ende zu setzen.

Russland leidet derzeit stark unter dem Verfall des Ölpreises am Weltmarkt und den in der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union und der USA. Noch bevor Nawalny am Donnerstagabend in Handschellen abgeführt wurde, rief er seine Anhänger im Onlinedienst Twitter dazu auf, am 1. März auch ohne ihn zu demonstrieren.

Von

afp

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