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20.07.2013

10:47 Uhr

Nawolny wieder frei

Moskau feiert Kreml-Kritiker wie einen Volkshelden

Alexej Nawalny ist nach Moskau zurückgekehrt und wird dort von der Opposition gefeiert. Der Kreml-Gegner will weiterhin für die Bürgermeisterwahl kandidieren – und gibt sich nach seiner Freilassung siegessicher.

Hunderte Moskauer empfangen Nawalni

Video: Hunderte Moskauer empfangen Nawalni

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MoskauWie einen Volkshelden haben Hunderte Anhänger den Kremlgegner Alexej Nawalny nach seiner vorläufigen Freilassung bei der Rückkehr nach Moskau gefeiert. Mit lautem Jubel, Sprechchören und Blumensträußen begrüßte die Menge den 37-jährigen Anwalt nach der Ankunft aus der Stadt Kirow, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Der bekannte Blogger bestätigte noch am Bahnhof in einer kurzen Ansprache, dass er am 8. September als Kandidat bei der Moskauer Bürgermeisterwahl antreten wolle.

„Auf zur Wahl, wir werden gewinnen“, versprach der scharfe Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Die Menge antwortete in Sprechchören: „Nawalny ist unser Bürgermeister! Nawalny! Nawalny!“ Der Familienvater wurde von seiner Frau Julia begleitet. „Wir sind eine starke Volksbewegung“, rief er. „Ich hatte nicht gedacht, dass wir so stark sind.“ Mit ihm kam sein verurteilter Geschäftspartner Pjotr Ofizerow an, der ebenfalls bejubelt wurde.

Die Polizei sperrte den Jaroslawler Bahnhof im Zentrum der russischen Hauptstadt ab, auch Mitglieder der Anti-Terror-Einheit Omon waren im Einsatz. Zuvor soll ein anonymer Anrufer vor einer Bombe im Bahnhof gewarnt haben.

Nawalny war am Donnerstag in Kirow in einem umstrittenen Prozess zu fünf Jahren Lagerhaft wegen Veruntreuung verurteilt worden. Er soll 2009 als Berater eines Staatsbetriebs 10 000 Kubikmeter Holz zu billig verkauft und dadurch einen Schaden von rund 400 000 Euro angerichtet haben. Die Bundesregierung sprach von einem „Schauprozess“, auch die USA und die Europäische Union kritisierten den Richterspruch scharf.

Überraschend entließ ein Gericht Nawalny - wie auch den zu vier Jahren Straflager verurteilten Ofizerow - bereits am Freitag wieder unter Auflagen, damit er an der Bürgermeisterwahl teilnehmen kann. Tausende hatten landesweit gegen das Urteil protestiert.

Bei seiner Rückkehr nach Moskau forderte der Oppositionspolitiker auch Freiheit für politische Gefangene wie den Ex-Ölmanager Michail Chodorkowski und die Pussy-Riot-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina.

Kommentare (6)

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20.07.2013, 11:17 Uhr

...währenddessen schlägt das dunkle Imperium (gegen Snowden) zurück, ohne sich um so etwas wie (Völker)Recht und Gesetz zu kümmern:

http://de.ria.ru/world/20130719/266513281.html

Venezuela wird massiv bedroht und eingeschüchtert.
Was ist nur aus den Vereinigten Staaten der Verfassungväter geworden?

Natürlich erfährt man dies heutzutage nur noch aus der freien östlichen Presse. Welche Ironie der Geschichte!

Account gelöscht!

20.07.2013, 11:25 Uhr

PS: wenn sich jemand wundert warum die USA (gemeint ist deren Regierung) so dumm sind und sich wegen dem "Bauernopfer" Snowden so massiv demaskieren (als das was sie wirklich sind):

der Grund ist, daß sie vermutlich keine andere Wahl haben, wollen sie ihren Repressionsapparat "linientreu" halten. In diesem Millionenleute-Apparat gibt es nämlich sicherlich auch noch den einen oder anderen, der kein Psychopath ist und seinen Gewissen folgen würde, wenn er nur Aussicht hätte, davonzukommen und irgendwo auf der Welt einen sicheren Platz zu finden (bevorzugt außer Guantanomos).

Das muß in einen FASCHISTISCHEN System natürlich sofort unterbunden werden (die NSA-Affäre der Verschmelzung von Staat und Konzerne hat ja wohl gezeigt, daß die Faschismus-Definition Mussulinis auf die USA zutreffen).
Ein solches System lebt (wie auch ein totalitäres sozialistisches System) nämlich nur von der Einschüchterung seiner eigenen Bestandteile.

Account gelöscht!

20.07.2013, 11:46 Uhr

Zitat : Moskau feiert Kreml-Kritiker wie einen Volkshelden


- Ob Putin mit der dilettantischen Aktion mit Navalny nicht den Geist aus der Flasche geholt hat ?

Das kann ihm im Herbst bei dem Fälschungsversuch der Bürgermeisterwahl in Moskau das Genick brechen....???!!!!!

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